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Nebenbei

  • Lösung für Berlins Krise

    Berlin, so ist zu lesen, wächst jährlich um 40.000 Menschen. Der Andrang überfordert den Senat der Hauptstadt. Ihre Infrastruktur hält nicht Schritt. Es mangelt an Wohnungen. Sie sind knapp und teuer geworden. Den Plan, hohe Mieten stark zu deckeln, musste die rot-rot-grüne Koalition abschwächen. Er wird Berlins Wohnungsproblem nicht lösen. Die CDU schlägt nun vor, für einige Jahre den Zuzug nach Berlin zu unterbinden. Auch dieser Plan wird wohl nicht umgesetzt. Auch er wird Berlins Problem nicht mildern. Alle Pläne gegen die Berliner Krise kranken daran, dass sie sich nur mit Symptomen befassen. Es wäre längst an der Zeit, Berlins Problem an der Wurzel zu packen. Die Stadt ist offensichtlich ihrer Rolle als Hauptstadt nicht gewachsen. Ihr Problem verschärfte sich, als die Bundesregierung von Bonn nach Berlin zog. Seither wirkt Berlin auf viele Bürger wie ein Magnet. Die Krise der Stadt wäre schlagartig behoben, wenn der Bundestag und die Bundesregierung nach Bonn zurückkehrten. Der Zustrom der Bürger nach Berlin würde verebben, die Mieten würden sinken, der Wohnungsmarkt würde durchlüftet. Sogar der Bau des Berliner Flughafens könnte eingestellt und der Airport zur Gedenkstätte umgewandelt werden. Mit dem Geld, das sich dort einsparen lässt, könnte die Rückkehr des Parlaments- und Regierungsapparates nach Bonn finanziert werden. Damit sich Berlin nicht geplündert vorkäme, sollten der Bundespräsident und die Geheimdienste in Berlin bleiben. Und natürlich sollte das große nationale Feuerwerk in der Silvesternacht dann nicht auf dem Bonner Marktplatz, sondern wie bisher am Brandenburger Tor abgebrannt werden. – Ulrich Horn

     

Schuss nach hinten

Freitag, 1. November 2013

Nebenbei

(uh) Die NRW-CDU hat erkannt, dass Hannelore Kraft ein Problem hat. Die Ministerpräsidentin verhandelt mit der Union in Berlin über die Energiewende. Sie soll fortgeführt werden, aber den Strompreis nicht mehr erhöhen und keine Arbeitsplätze gefährden. Das klappt nur, wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien langsamer und billiger voranschreitet. Sollten sich Union und SPD darauf verständigen, stünde Krafts grüner Koalitionspartner in Düsseldorf dumm da. Der NRW-Koalitionsvertrag sieht den forcierten Ausbau der alternativen Energien vor. Kraft ist also dabei, über die Berliner Verhandlungen die Geschäftsgrundlage ihrer Landesregierung zu verändern, ohne dass die Grünen einbezogen wären. Das löst bei ihnen keine Begeisterung aus und erklärt, warum sich Kraft demonstrativ skeptisch über die große Koalition äußerte. Mit ihren Vorbehalten versuchte sie offenbar, die Grünen zu besänftigen und vor schroffen Reaktionen abzuhalten. Die NRW-CDU kam nun auf die Idee, in einer Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses vorzuführen, wie zerstritten Rot-Grün in der Energiepolitik sei. Der Befund stimmt. Dennoch ging der Schuss nach hinten los. Rot-Grün tat der CDU nicht den Gefallen, sich gegeneinander ausspielen zu lassen. Nach der Sitzung konnte die NRW-CDU das Ergebnis ihrer Bemühungen im WDR-Teletext nachlesen. Dort hieß es lakonisch: „SPD und Grüne demonstrieren Einigkeit“. Schlecht gelaufen, kann man da nur sagen. Ob die NRW-CDU weiß, warum?

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2 Kommentare zu “Schuss nach hinten”

  1. […] NRW: Schuss nach hinten…Post von Horn […]

  2. Bei den Unionsparteien weiß man um deren rechtes Programm, und man kennt ihre Klientel. Bei den Grünen staunt man, mit welcher Konsequenz, auch personell, sie ihre Wahlschlappe zu analysieren bereit sind. Bei der Linkspartei haben sich die Wellen geglättet, und man demonstriert Einigkeit bei der Umsetzung ihres anspruchsvollen Programms.

    Bei allen im Bundestag vertretenen Parteien weiß man in etwa, woran man ist. Lediglich bei der SPD muss man vor unangenehmen Überraschungen gewappnet sein. Bei ihrem Trieb, wieder an die Futtertröge der Macht zu kommen, werden sie auch ihre „hl. Kühe schlachten“, und ihren Mitgliedern die faulsten Kompromisse als Frischobst anbieten. So wie man schon zu Schröders Zeiten die braven, naiven Mitglieder kennen gelernt hat, die fast alle Schlechtigkeiten ihres Führungspersonals mitmachten, werden sie auch dieses Mal die Koalitionsvereinbarungen und Absichtserklärungen der Seeheimer abnicken und die Merkel aufs Schild heben.

    Der flächendeckende, gesetzliche Mindestlohn, selbst von unzureichenden 8,50 Euro, wird es nicht geben. Es wird ein Unionskompromiss sein, der es den Arbeitgebern erlauben wird, einen Großteil von Menschen mit Hungerlöhnen weiter auszubeuten.
    Das Betreuungsgeld wird es weiter geben und die Absichtserklärung, sich um eine Finanztranzaktionssteuer zu bemühen, wird die Spekulanten und Finanzjongleuren kaum beunruhigen.
    Die Normalbürger werden von der Seeheimer SPD eine Weihnachtsüberraschung bekommen, die den meisten keine Freude bereiten wird.

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