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Nebenbei

  • Trumps Theater

    Über die Geduld der US-Medien kann man nur staunen. Immer wieder schicken sie Journalisten zu Pressekonferenzen, bei denen Präsident Trump und seine Mitarbeiter lügen, was das Zeug hält, die Journalisten beschimpfen und deren Arbeitgeber verleumden. Es drängt sich schon die Frage auf: Müssen die Beschimpften die Lügen und Tiraden über sich ergehen lassen und sie dann auch noch verbreiten? Diese Frage provoziert die nächste: Wäre es nicht an der Zeit, den Transport der alternativen Fakten ihren Urhebern zu überlassen? Trump und seine Mitarbeiter müssten dann ihre Fakenews ohne Hilfe der meisten Medien an die Bürger bringen. Es stehen dazu Twitter, regierungsnahe Medien und auch Presseerklärungen zur Verfügung. Die Berichterstattung der geschmähten Medien über die Regierungsarbeit muss unter diesem Schritt nicht leiden. Er würde es Trump aber erschweren, sich als Opfer der Medien darzustellen und mit diesem Manöver Desinformation zu betreiben, während die Medien so arbeiten könnten wie bisher. Noch schwerer hätte er es, wenn die in Washington tätigen Medien einen Verein zur Veranstaltung von Pressekonferenzen gründeten und nahe beim Weißen Haus Büros anmieteten. Dorthin könnte der Verein dann Persönlichkeiten einladen, die zu aktuellen Themen etwas mitzuteilen haben, auch zu jenen, über die Trump gar nicht oder falsch informiert. Und schließlich, um ihm Einhalt zu gebieten: Können Journalisten und Medienunternehmen, die Trump wahrheitswidrig bezichtigt zu lügen, den Präsidenten und die US-Regierung nicht wegen übler Nachrede , Verleumdung und gegebenenfalls auch wegen Geschäftsschädigung verklagen? – Selbst wenn es ginge, würde es wohl nicht dazu kommen. Schade eigentlich. – Ulrich Horn

Die Zukunft des Fußballs

Freitag, 23. August 2013

Nebenbei

(uh) Die Zukunft des Fußballs sieht trübe aus: Auf dem Rasen kämpfen gegnerische Mannschaften auf immer höherem Niveau nach Regeln, doch auf den Rängen leben verfeindete Fans auf immer niedrigerem Niveau ihre Aggressionen aus. Wer erwartet, dass sich die Fan-Gruppen der Heimmannschaft als Gastgeber aufführen und die Fans der Gastmannschaft als Gäste, entlarvt sich als naiv. Gastfreundschaft sucht man in den Bundesliga-Stadien vergeblich. Kann man sich Bundesliga-Spiele ohne Polizeischutz vorstellen? Die Vorgänge auf Schalke sollten für die Politik Anlass sein, darüber nachzudenken. Statt der Polizei könnten die Vereine in den Stadien für Ruhe und Ordnung sorgen. Die dazu erforderlichen Dienstleistungen könnten sie bei privaten Sicherheitsdiensten einkaufen. An Geld mangelt es den Vereinen nicht. Die Polizei könnte sich darauf beschränken, nur einige Beobachter in die Stadien zu schicken. Droht die Lage auf den Rängen aus dem Ruder zu laufen, könnten sie veranlassen, das Spiel kurzerhand abzubrechen. Bei dieser Lösung würden die Vereine die Verantwortung und die Kosten dafür tragen, dass es auf den Rängen der Fußball-Stadien so gesittet zugeht, wie dies bei anderen Sportarten, am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft noch weitgehend der Fall ist.

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7 Kommentare zu “Die Zukunft des Fußballs”

  1. Roland Appel sagt:

    Ja, es wäre ganz einfach, wenn sich die Liga und Vereine entschließen könnten, den Besuch im Fußballstadion wieder zu einem Familienereignis zu machen. Vor genau 50 Jahren kostete die billigste Eintrittskarte zum Spiel eine Mark vierzig. Das konnten sich kinderreiche Familien ebenso wie Obdachlose leisten. Entsprechend vielfältig war das Publikum. In den achtziger und neunziger Jahren entdeckten Liga und Vereine die große Abzocke – auch hier funktionierte Reaganomics. VIP-Protzlaunchen für Geschäftsleute, die mit Fußball sportlich so viel zu tun haben wie die Kuh mit dem Klavierspielen, wurden vermarktet, die Stehplätze radikal reduziert, die Sitzplätze in Richtung Schickimicki ausgeweitet und alles so verteuert, dass entweder nur Wohlhabende oder fanatische Fans sich das Stadionvergnügen leisten können oder wollen. Die friedlichen Gelegenheitsbesucher wurden erfolgreich aus den Stadien ausgeschlossen.
    Die Wirkung ist demonstrationstechnisch in etwa so, als würde die Polizei dafür sorgen, dass an einer Demonstration zum Thema Asyl- und Ausländerrecht nur Neonazis, Autonome und wohlhabende evangelische Pfarrer teilnehmen dürften.

    Das Ergebnis kann man jedes Wochenende in den Stadien bewundern. Die Geldgier der Vereine, Spieler, Manager und Funktionäre vom Schlage Hoeneß und Rauball (wer erinnert sich noch an den 7-Tage Justizminister von NRW?) und aller anderen mafiösen Finanzparasiten rund um den einstigen Volkssport bringt sie ihren „Ultras“ und anderen durchgeknallten Gewalttätern näher. Viel Spaß dabei – nur bitte zahlt auch für die Polizeieinsätze und Überstunden der Ordnungshüter in den Stadien!

  2. dr.pingel sagt:

    Es gibt doch Alternativen! Der kleine Junge von Freunden (9) spielt auf hohem Niveau beim MSV Duisburg. Die Jungs spielen schnell, gut und fast ohne Fouls. Das sehe ich mir lieber an als Industriefußball.
    Außerdem ist Mülheim eine Hockeyhochburg. Wir haben hier zwei erstklassige Vereine mit tollen Frauen- und Männermannschaften. Auch die Jugendlichen spielen auf hohem Niveau. Das ist noch Sport, wie er einmal gedacht war, da kann man überall bedenkenlos mit Kindern hingehen.

  3. stichwortgeber sagt:

    Sorry, wo lebst Du? Gegnerische Fans als Gastgeber? Fußball war und wird immer zu einem gewissen Teil animalisch bleiben. Es gab Hauereien unter den Fans schon immer, und es wird Sie immer geben. Im Grunde haben da keine Familienausflügler was zu suchen. Diese sterile Vorstellung einer testosteronfreien Zone alá US-Football hat den eigentlichen Fußball in der ersten Liga gekillt. Leidenschaft ist der maßgebliche Treiber. Verhausschweinte Männer die Fußball ohne Testosteron wollen sollten besser eine Playstation kaufen!

    • Ulrich Horn sagt:

      Eine gewagte Ansicht, männliche Fans als Wildschweine hinzustellen. Befürworten Sie den Ausschluss von Frauen aus den Stadien? Würden Sie Ihre Mutter mit ins Stadion nehmen und sie an Ihrer Leidenschaft teilnehmen lassen? Wohin treibt Sie die Leidenschaft? Wofür ist sie der maßgebliche Treiber? Ist das, was sie als Leidenschaft bezeichnen, nicht eigentlich nur ziellose Aggression und Randale?

    • dr.pingel sagt:

      Es gab diese friedlichen Zeiten, und ich habe sie erlebt. Ich fuhr damals (1966) hier von Mülheim mit dem Rad zum MSV Duisburg ins Wedaustadion. Angst, dass es geklaut wurde, hatte ich nicht. Das Stadion war nicht eingezäunt, die Leute standen oder saßen auf den Stufen, es waren viele Kinder mit und der Eintritt war nicht der Rede wert. Auch von Zerlegung von Zügen und Straßenbahnen hat man nichts gehört.
      Leidenschaft muss Regeln haben, sonst ist es Aggression, unter denen auch Nichtbeteiligte zu leiden haben.

  4. Henning Uhle sagt:

    Ich finde den Post sehr treffend. Und ich will mal eine kleine Anekdote dazu setzen.

    Wer meine Seite kennt, der weiß, dass ich aus Leipzig komme und den RB Leipzig gut finde. Was wurde nicht alles erzählt: Dosentruppe, gekaufte Fans etc. Dies kam alles von Anhängern der angeblichen Traditionsvereine. Und was ist mit denen? Lok Leipzig in der Regio nach Neugründung 2003 mit rechtem Klientel und klammen Kassen. Sachsen Leipzig pleite und liquidiert. Nachfolger ist eine SG irgendwas, die 2009 gegründet und jetzt umbenannt wurde und in der Landesliga spielt. BSG Chemie ist eine Abspaltung von besagten Sachsen, gegründet 1997 und spielt Bezirksliga.
    Letztere empfangen am 01.09. Lok II. Und beide Clubs haben Sorge, dass das marode Stadion danach nicht mehr existiert. Denn am 01.09.1939 begann da was für Deutschland.

    Glühende Leidenschaft schön und gut. Aber blanke Zerstörungswut wegen einer Gesinnung? Das trieb die Fans zum RB in die 3.Liga und belebt den Verein. Und mit Recht! Lieber sowas als ständige Randale.

  5. Henning Uhle sagt:

    bezüglich der SG irgendwas könnte die Gründung auch 2010 gewesen sein.

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