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Nebenbei

  • Es geht noch schlechter

    Um die Deutsche Bank und die Commerzbank steht es schlecht. Bundesfinanzminister Scholz (SPD) möchte ihren Verfall stoppen. Sie sollen sich zusammenschließen. Er hofft, vereint könnten sie eine stärkere Rolle spielen. Die Verhandlungen haben gerade begonnen. Sie werden beide Banken zunächst weiter schwächen. Um größeres Gewicht zu gewinnen, müssen sie Kosten senken. Sie gilt, Stellen zu streichen und Zweigstellen zu schließen. Beide Geldhäuser beschäftigen insgesamt gut 130.000 Menschen. Soll der Zusammenschluss den gewünschten Gewinn bringen, könnten 20.000 bis 50.000 Stellen wegfallen. Was werden die Mitarbeiter bei diesen Aussichten tun? Sie werden sich fragen, ob sie es sind, die demnächst auf der Strecke bleiben. Viele werden alles daransetzen, einen anderen Arbeitgeber zu finden. Sie werden sich umhören, Bewerbungen schreiben, sich auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Sie werden ihre finanziellen Verhältnisse straffen, um drohende Durststrecken zu überstehen. Sie werden sich zum Abwehrkampf gegen den Zusammenschluss formieren und an Protestaktionen teilnehmen. Bis die Vereinigung in trockenen Tüchern ist, falls es zu ihr kommt, wird einige Zeit ins Land gehen. Derweil werden sich die Beschäftigten mehr mit sich selbst als mit den Geschäften ihrer Bank befassen. Ist es abwegig abzunehmen, dass sich die schlechte Ertragslage der beiden Banken in nächster Zeit noch verschlechtern wird? – Ulrich Horn

Wie macht NRW das?

Mittwoch, 17. Juli 2013

Nebenbei

(uh) Anspruch und Wirklichkeit gehen in NRW und im Ruhrgebiet gelegentlich weit auseinander. Die jüngste Lernstandserhebung, mit der die schulischen Leistungen der Achtklässler ermittelt werden, kommt zum Ergebnis: Die Kinder in NRW fallen in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik gegenüber 2012 weiter zurück. Besonders groß ist der Leistungsrückschritt im Ruhrgebiet, wo viele Kinder in prekären Verhältnissen auswachsen. Die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, sind seit langem bekannt. Doch Maßnahmen, die hoffen lassen, dass sie die Probleme nachhaltig lösen, gibt es nicht. NRW und das Ruhrgebiet warben einst mit gut ausgebildeten Facharbeitern. Im Wettbewerb der Regionen wurden sie als Standortvorteil gepriesen. Und heute: Facharbeiter wandern nach Süddeutschland, weil sie dort mehr verdienen. Revier-Unternehmen haben Mühe, qualifizierte Kräfte zu finden. Große Teile des Nachwuchses verlassen die Schulen ohne ausreichende Fähigkeiten, die Lehre zu bestehen. Das alles ist schlechte Werbung für das Land. Und was macht NRW? Ministerpräsidentin Kraft propagiert, NRW lasse kein Kind zurück. Wie macht NRW das?

3 Kommentare zu “Wie macht NRW das?”

  1. […] NRW II: Wie macht NRW das?…Post von Horn […]

  2. Roland Appel sagt:

    Mit allen Leistungsvergleichen im Bildungssystem ist Vorsicht geboten. 1974 hat Fend jene berühmte Untersuchung der Leistungsvergleiche zwischen Gesamtschule und dreigliedrigem Schulsystem verfasst, die tatsächlich Gesamtschülern in Deutsch, Mathe und Physik schlechtere Leistungen als Gymnasiasten bescheinigte. Diese Studie wurde die argumentative Grundlage für 30 Jahre ideologischem Schulkampf zwischen Gesamtschule und dreigliedrigem Auslese-Schulsystem. Leider hatte keiner der Politiker beider Lager bis Seite 486 gelesen, denn dort hieß es sinngemäß: „Die festgestellten Leistungsunterschiede zwischen Gesamtschulen und Gymnasien lagen quantitativ und qualitativ jedoch klar unter den Differenzen, die in den Leistungen zwischen Jungen und Mädchen in der gleichen Klasse/Jahrgangsstufe in jeweils einer der Schularten festgestellt werden konnten“.
    Schüler sind wie Wein: Es gibt gute und schlechte Jahrgänge. Das ist menschlich und das ist auch kein Unglück und weder Sylvia Löhrmann, noch Hannelore Kraft sind daran schuld.
    Aber wenn die Schulen dauerhaft schlechte Abschlüsse prodizieren, dann müssen sich Schule, Handwerk und Industrie zusammen setzen und gemeinsam ein Konzept entwickeln, in NRW die Ausbildungsreife zu verbessern. Zum Beispiel durch die Zertifizierung von Schulen, womit Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg gute Erfahrungen gemacht haben. Schwarzer Peter spielen ist eine billige Strategie der CDU und angesichts des Fachkräftemangels viel zu billig, um ernst genommen zu werden.

  3. […] Wie macht NRW das? (Post von Horn) – Warum fallen die Kinder an den Schulen in NRW (und dem Ruhrgebiet) leistungstechnisch zurück? […]

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