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Nebenbei

  • Die Torhüter und ihre Teams

    Warum spielt Fußballtorwart Neuer nicht mehr bei Schalke? Und warum sein Kollege ter Stegen nicht mehr bei Gladbach? Beide Spieler waren zu gut für diese Vereine. Beide zählen weltweit zu den besten Torhütern. Beide wollen auf ihrem Niveau spielen. Deshalb wechselten sie zu Mannschaften, die zu den besten der Welt zählen, Neuer zu Bayern München und ter Stegen zum FC Barcelona. In Fußballkreisen wird gerade darüber gestritten, wer von beiden in der Nationalmannschaft spielen soll. Dort steht fast immer Neuer im Tor, ter Stegen sitzt – trotz ähnlicher Leistungen wie Neuer – meistens auf der Reservebank und ist unzufrieden. Er will öfter zum Zuge kommen. Über dieses Problem beharken sich sogar führende Fußballfunktionäre. Der Laie staunt und fragt sich: Warum legen Torleute von Weltklasse Wert darauf, das Tor einer zweitklassigen Nationalmannschaft zu hüten? Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 versäumten der DFB und sein Cheftrainer Löw, das Nationalteam systematisch zu erneuern. Weltklassespieler wie Neuer und ter Stegen passen nicht in das schwache Team. So, wie sie Schalke und Gladbach den Rücken kehrten, sollten sie auch auf Einsätze im Nationalteam verzichten. Es spielt viel zu tief unter ihrem Niveau. – Ulrich Horn

Ein Beispiel für Verfall

Samstag, 15. Juni 2013

Nebenbei

(uh) Das Ruhrgebiet erleidet einen bemerkenswerten Image-Wandel. Lange galt es als Dreckecke, in der es Russ regnete. Heute gilt es als Beispiel großflächigen Verfalls. Böswillige Propaganda ist das nicht. Das Revier zählt mehr Einwohner als 11 der 16 Bundesländer. Das Ausmaß seines Niedergangs wird deutlich, wenn man einzelne Sektoren betrachtet, etwa den Nahverkehr, der von den Städten getragen wird. Er ist veraltet und kollabiert. Der Grund: Die Revier-Politiker unterließen es über Jahrzehnte, Mittel zur Sanierung zurückzulegen – ein verantwortungsloses Versagen. Diese Misswirtschaft vermittelt eine Idee davon, wie es dazu kommen konnte, dass heute die ganze Region vor dem Ruin steht. Im Revier leben Politiker in den Tag hinein. Warum es dort nicht aufwärts geht? Auch das lässt sich am Nahverkehr studieren. Die Verwaltungsapparate der Verkehrsgesellschaften sind extrem kostspielig. Gern rufen Revier-Politiker nach Geld aus Berlin – von ihren Bemühungen, die teuren Verwaltungen der Verkehrsbetriebe kostengünstig und effizient zu organisieren, ist kaum etwas zu hören. Dieses Verhalten kennt man zur Genüge von der EU-Krise. Zusätzliche Steuermittel sollten in das marode Nahverkehrssystem des Ruhrgebiets erst fließen, wenn die Revier-Politiker es kostengünstig umbauen. Eine schöne Aufgabe – auch für NRW-Verkehrsminister Groschek.

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2 Kommentare zu “Ein Beispiel für Verfall”

  1. […] Ruhrgebiet: Ein Beispiel für Verfall…Post von Horn […]

  2. Martin Böttger sagt:

    Vor 40 Jahren wohnte ich im Norden von Essen (Karnap) und besuchte, um meine Freundschaften nach einem Umzug zu erhalten, ein Gymnasium in Gladbeck. Wegen der katastrophalen Umsteigebeziehungen wurde ich zum Fahrradfahrer – damit war ich doppelt so schnell.
    Vor wenigen Jahren habe ich den gleichen Weg erneut getestet. Damals gab es schliesslich noch keinen Verkehrsverbund. Aber außer dass in Gladbeck keine Straßenbahn mehr fährt, war alles wie vür 40 Jahren.
    Fahrradfaher bin ich geblieben – immerhin hat so alles sein Gutes.

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