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Nebenbei

  • Es geht noch schlechter

    Um die Deutsche Bank und die Commerzbank steht es schlecht. Bundesfinanzminister Scholz (SPD) möchte ihren Verfall stoppen. Sie sollen sich zusammenschließen. Er hofft, vereint könnten sie eine stärkere Rolle spielen. Die Verhandlungen haben gerade begonnen. Sie werden beide Banken zunächst weiter schwächen. Um größeres Gewicht zu gewinnen, müssen sie Kosten senken. Sie gilt, Stellen zu streichen und Zweigstellen zu schließen. Beide Geldhäuser beschäftigen insgesamt gut 130.000 Menschen. Soll der Zusammenschluss den gewünschten Gewinn bringen, könnten 20.000 bis 50.000 Stellen wegfallen. Was werden die Mitarbeiter bei diesen Aussichten tun? Sie werden sich fragen, ob sie es sind, die demnächst auf der Strecke bleiben. Viele werden alles daransetzen, einen anderen Arbeitgeber zu finden. Sie werden sich umhören, Bewerbungen schreiben, sich auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Sie werden ihre finanziellen Verhältnisse straffen, um drohende Durststrecken zu überstehen. Sie werden sich zum Abwehrkampf gegen den Zusammenschluss formieren und an Protestaktionen teilnehmen. Bis die Vereinigung in trockenen Tüchern ist, falls es zu ihr kommt, wird einige Zeit ins Land gehen. Derweil werden sich die Beschäftigten mehr mit sich selbst als mit den Geschäften ihrer Bank befassen. Ist es abwegig abzunehmen, dass sich die schlechte Ertragslage der beiden Banken in nächster Zeit noch verschlechtern wird? – Ulrich Horn

Blog-Fundsachen ... Nr. 43 - 2013

Schirrmacher, HBO, Piraten, Amazon, Apple

Dienstag, 19. Februar 2013

Blog-Tipps

(uh) Heute lernen wir: Ein „kluger Kopf“ schießt herdenweise Böcke. Zeitungen könnten vom TV-Sender HBO lernen. Die Piraten bringen sich selbst um. Der Verbraucher verhält sich immer noch nicht Macht bewusst. Weil in Großbritannien eine pro-europäische Mehrheit nicht in Sicht sei, empfiehlt ein Bog, Merkel soll ihre EU-Politik ändern. Und zum Schluss: Apples Probleme mit den riesigen Gewinnen.


1. Medien

a. Wenn Frank Schirrmacher einen Bestseller schreibt
Ständig muss der Leser schlauer sein als der Text, wenn er ihn verstehen will. Hier muss ein Komma, dort ein Wort eingefügt oder gestrichen werden, hier muss man den Numerus, dort das Tempus oder den Modus eines Verbs korrigieren, bis man meint, man habe es nicht mit dem Kulturkopf der FAZ zu tun, sondern mit einem Praktikanten von Kicker online.
Aus: merkur-blog.de

b. Strategie für die Zeitung von Morgen: Das Modell HBO

Die Revolution des Fernsehens geschah aus Verzweiflung. Am Anfang stand der Zusammenbruch eines Geschäftsmodells.
Aus: Deadline

2. Politik

a. Piratenpartei – War es das?
Die Kernwählerschaft langt bestenfalls für zwei Prozent. Die Finanzlage der Piraten ist unvermindert schwach. Die Verschleißerscheinungen beim Führungspersonal sind unübersehbar. Die Querelen an der Parteispitze behindern die erforderliche strategische und inhaltliche Positionierung.
Aus: Göttinger Institut

b. Amazon und Du – Macht und Ohnmacht des Verbrauchers

Es ist an der Zeit, dass der Verbraucher seinen Kompass neu justiert und sich endlich der Macht bewusst wird, die er nicht nur in den Händen, sondern vor allem in seiner Brieftasche hält.
Aus: NachDenkSeiten

c. Let them go

Nur 17 Prozent der Briten sind unentschieden, nur 12 Prozent der EU-Gegner wären “sicher” bereit, ihre Haltung zu überdenken. Das reicht nicht aus, um eine proeuropäische Mehrheit zu sichern.
Aus: Lost in EUrope

SCHLUSSPUNKT – Der Wirtschaftstext des Tages

Apples Cash-“Problem” und sein Kampf mit dem Einhorn
Der auf verschiedensten internationalen Bankkonten verteilte Cashbestand soll ausreichen, hat das Manager Magazin nachgerechnet, um die beiden deutschen Autobauer Daimler und BMW zu kaufen. Angeblich soll der Konzern nicht mehr wissen, wohin mit dem Geld.
Aus: Blick Log

Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

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