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Nebenbei

  • Prestige und Mittelmaß

    Die Medien verschaffen der 1. Fußball-Bundesliga der Männer ein Prestige, das nicht gerechtfertigt ist. Die Liga versinkt im Mittelmaß. Die letzten Spieltage der jüngsten Saison bezogen ihre Spannung nicht aus dem Kampf der besten Mannschaften um die Meisterschaft. Sie war seit Wochen entschieden. Zuletzt ging es nur noch um den Abstieg. Ihn mussten ein Drittel aller Mannschaften fürchten. Dass die Liga nicht von der Leistungsstärke der Mannschaften, sondern von deren Schwäche geprägt wird, macht auch die Abschlusstabelle deutlich. Ein Verein ist erstklassig, drei Vereine sind mit deutlichem Punktabstand mittelmäßig. Der Rest ist mehr oder minder zweitklassig. Dagegen ist in der zweiten Liga das Leistungsstreben noch spürbar. Dort kämpften bis zuletzt drei Mannschaften um den Aufstieg. Es scheint so, als liege das durchschnittliche Leistungsniveau des Profifußballs der Männer auf jene Linie, die den Aufstieg in die 1. Liga und den Abstieg in die 2. Liga markiert. Die Leistungskraft der Erstligamannschaften wird zunehmend von der Finanzkraft ihrer Vereine bestimmt. Diese Einsicht teilt nicht jeder Fanclub. Wie wäre sonst der Ärger der Schalker Fans über die schwachen Leistungen ihrer Mannschaft zu verstehen? Profifußball ist ein Geschäft. Die Clubs sind Unternehmen. Schalke ist bis zum Bommel der Vereinsmütze verschuldet. Wer wie die Schalke-Fanclubs versucht, die Vereinskultur auf die seligen Zeiten von Szepan und Kuzorra auszurichten, darf sich nicht wundern, wenn er weitere 57 Jahre vergeblich hinter der Meisterschale herlaufen muss. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 33 – 2013

Donnerstag, 7. Februar 2013

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

Politik und Medien

a. Peerblog schon wieder offline
TEAM M3DU5A hat angekündigt, das peerblog dauerhaft lahmzulegen. Vielleicht wäre Transparenz eine Lösung für die Probleme des Peerblogs, aber wahrscheinlich würde das dort als Kulturbruch empfunden werden.
Aus: Ruhrbarone

b. Peerblog ist politisch aufschlussreich

Was die private Werbeagentur steinkuehler-com.de als mediale Fördermaßnahme für den Kanzlerkandidaten der SPD derzeit ins Netz bringt, ist alles andere als eine professionelle Glanzleistung. (…) Dennoch verdient dieses Projekt Aufmerksamkeit als Musterfall operativer Verschränkung von politischen Karrieren und persönlichen wirtschaftlichen Interessen.
Aus: Telepolis

2. Politik

a. Lachnummer
Hoffentlich ist ihre erste Reaktion auf den Entzug des Doktorgrades nur eine Trotzreaktion. Wenn sie wieder bei vollen politischen Sinnen ist, bleibt Annette Schavan nur der Rücktritt.
Aus: Sprengsatz

b. Guttenberg und Schavan: die Doktoren der Herzen

Honorarprofessuren sind laut Gesetz nicht dazu da, das Lebenswerk von Politikern zu krönen. Sie sind kein “Bambi” des Burda Verlags. Leider werden allzu oft Honorarprofessuren in Deutschland gerade als solche Huldigungen an Manager, Politiker oder einfach vermögende Zeitgenossen hingeworfen.
Aus: Telepolis

c. Cameron spricht aus, was schon lange stimmt

Zentral dabei ist die Einsicht, daß die zunehmende Harmonisierung und Zentralisierung von Politikfeldern im Verbund mit der expansiven Philosophie der Umverteilung und Haftungssozialisierung in der EU den institutionellen Wettbewerb im Integrationsraum Europa ausschaltet und damit das Institut der Bestreitbarkeit abschafft. Das Ergebnis solcher Politik ist immer dasselbe: institutionelle Sklerose.
Aus: Wirtschaftliche Freiheit

d. Unser New England

Obwohl sie “mehr Europa” fordert, will Merkel weniger dafür ausgeben. Gleichzeitig nähert sie sich dem britischen Premies Cameron an. Wird Deutschland das neue England der Europapolitik?
Aus: Lost in Europe

e. Hätte Steinbrück Rezepte gegen Eurokrise (…)

Den wirtschaftspolitischen Kurs, der nicht nur Griechenland und andere Euroländer in tiefe Depression gestürzt hat, sondern auch die Eurozone insgesamt in die Rezession, stellt aber auch Steinbrück nicht in Frage. “Stets stimmt er die gleiche Melodie an”, berichtet Spiegel online aus Athen, “Reformen und Sparanstrengungen ja.” Die einzige Einschränkung Steinbrücks: “Aber man soll es bitte nicht übertreiben.”
Aus: Wirtschaft und Gesellschaft

f. Löst sich Thüringen auf?

Thomas Müller und Christine Zitzmann, die Landräte der Thüringer Kreise Hildburghausen und Sonneberg, haben ihrer Landesregierung gedroht, sich im Falle der geplanten Eingliederung ihrer Gebietskörperschaften in einen “Großkreis Südthüringen” Bayern anzuschließen.
Aus: Telepolis

3. Medien

a. Auch der Lincoln musst’ mal pinkeln
Der fast schon metaphysische Charakter seiner historischen Erscheinung, der nun mit Spielbergs Film nochmal gesteigert und zu einer symbolhaften Übertragung auf Obama verklärt wird, hat diesem Lincoln-Kult nochmals Auftrieb gegeben und ihn bis ins deutsche Kulturfeuilleton schwappen lassen.
Aus: ad sinistram

Schlusspunkt: Der Wirtschaftstext des Tages

Unterstützen Wähler einen (…) Staatsschuldenabbau?
Wie ausgeführt wurde, sind jene für eine langsamere Konsolidierung, die erwarten durch die Einsparungsmaßnahmen finanziell betroffen zu sein. Werden jedoch die Belastungen der Einsparungsmaßnahmen als fair eingestuft, dann steigt die Bereitschaft, die Konsolidierung mitzutragen. Von der Größe des Effektes her, hebt wahrgenommene Fairness die negativen Auswirkungen der finanziellen Betroffenheit auf.
Aus: Ökonomenstimme

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