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Nebenbei

  • Nackenschlag zu Neujahr

    Seit Anfang Dezember sind die beiden SPD-Chefs im Amt. Seither suchen sie nach Autorität. Sie wehren sich, Handlanger von Jusos-Chef Kühnert zu sein, und geben viele Erklärungen ab. Esken wirkt noch etwas gehemmt. Walter-Borjans, seit jeher sein eigener Pressesprecher, hantiert routinierter. Kaum ein Thema, zu dem er schweigt. Sein Spektrum reicht vom Kassenbon über die Geschäfte, mit denen sich die WestLB unter seiner Aufsicht in Verruf brachte, bis hin zur neuen Ostseepipeline, die sein Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vorgänger Schröder beaufsichtigt. Auch die Rolle der SPD weiß Walter-Borjans zu definieren. „Sozialdemokratie notwendiger denn je“, heißt es bei ihm auf Twitter. Er und Esken kamen an ihre Posten mit der Verheißung, die Großen Koalition zu verlassen. Inzwischen dämmert ihnen wohl, dass die Behauptung, die SPD sei unverzichtbar, und der Koalitionsbruch sich widersprechen. Über ihn reden sie kaum noch. Ihr Generalsekretär Klingbeil dagegen sieht Klärungsbedarf. Er sagt den Koalitionsbruch endgültig ab. Für die SPD-Chefs, die nach Autorität streben, ein herber Nackenschlag. Alle ihre Forderungen verlieren nun ihr Sprengpotenzial. Etliche Wähler dürften die beiden SPD-Chefs nun für Maulhelden, wenn nicht gar für Rosstäuscher halten. Deutlich wird auch: Mit ihrer Autorität ist es nicht weit her. Machtfragen beantworten nicht sie, sondern ihr Generalsekretär. Kaum einen Monat sind sie im Amt, und schon stellt sich die Frage: Wie lange wird es dauern, bis Klingbeil (oder Kühnert) an ihre Stelle rückt? – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 15 – 2013

Donnerstag, 17. Januar 2013

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Medien

a. WR: Du bist Zeitungskrise
Seit ich bei dieser Zeitung bin, weiß ich von den roten Zahlen. Und vielleicht sieht die Zeitung der Zukunft nicht so aus wie die WR. Aber der Verlag hat nicht einen Gedanken mit Ernsthaftigkeit an ein neues Konzept verschwendet, nicht einen kreativen Kopf zum Reden kommen lassen. Es war eine unterdrückte Stimmung in der Redaktion.
Aus: Ruhrbarone

b. Es geht auch ohne tote Bäume

Selbstverständlich sind Medienumbrüche oft mit unangenehmen Veränderungen für jene verbunden, die Medien machen. Als Gutenberg den Buchdruck erfand, war dies das Ende der handschriftlichen Kopierer.
Aus: The European

c. Als Journalistin bloggen

Lang ist’s her, als ich meinen letzten Blogbeitrag hier verfasste. Zwar habe ich mir meinen Publikationsrhythmus bewusst offen gelassen. Doch mangelte es mir nicht an Lust und Laune zu bloggen. Auch sind mir die Ideen nicht ausgegangen – im Gegenteil: die Liste möglicher Blogthemen wächst wöchentlich. Was mich bisher hinderte, war das, was man wohl als Gretchenfrage eines jeden (privat) bloggenden Journalisten bezeichnen könnte: Was darf ich? Wie viel darf ich? Und wie weit darf ich gehen?
Aus: das eigenwach bloggt

d. Die Zukunft der lokalen Medien hat schon begonnen

Längst gibt es eine neue Generation von Angeboten die in den Startlöchern stehen, um journalistische Angebote anzugreifen. Vor allem lokalen und regionale Medien könnten sie ersetzen – finanziert aus dem Geldtöpfen vor allem der Stadtwerke aber auch das Land NRW ist natürlich dabei. Die Angebote heißen Mypott, Koeln.de, Revierpower oder Kulturkenner.
Aus: Ruhrbarone

e. Die Sittenschlächter

Studenten erzählen gerne mal, sie würden ja gerne in den Journalismus gehen – aber diese katastrophalen Aussichten, diese miese Bezahlung, diese Unsicherheit, nein danke, da gehe man dann doch lieber in die PR, auch wenn´s weh tut. Soll man ihnen böse sein? Es ist ja tatsächlich so: Es gibt kaum eine Branche, in der die Sitten so heruntergekommen sind wie in unserer. Man merkt das immer dann, wenn man sich mit Angehörigen anderer Berufsgruppen unterhält.
Aus: Jakblog

f. Erfolgsrezepte

Heute, bereits etwas aus dem Leim und nach einigen Erfolgen, weiss ich: Nein, es gibt kein Geheimnis. Erfolg ist eine überschätzte Sache. Im Prinzip gibt es dazu nur folgendes zu sagen: Der einzige vernünftige Grund, warum man welchen haben sollte, ist, weil es zum Beruf gehört. Journalismus zielt auf Aufmerksamkeit. Von Zeit zu Zeit muss man das Publikum hinreissen. Sonst macht man seinen Job nicht richtig.
Aus: Deadline

2. Politik

a. Der unsinnige SPD-Plan zur Schließung der Banken
Jetzt hat die SPD einen Vorschlag gemacht, wonach es möglich sein soll, einer Bank in letzter Konsequenz die Lizenz zu entziehen, wenn sie Kunden zur Steuerflucht verhilft. Das hört sich gut an. Und ist doch kompletter Quatsch. Hier werden zwei Dinge in einen Topf geschmissen, die nicht in einen Topf gehören.
Aus: Spiegel online

b. Verzichtet die Bundesregierung auf 7 Milliarden Euro?

Gemeinsam haben Koch und Steinbrück als Ministerpräsidenten 2003 eine parteiübergreifende Subventions-Streichliste erarbeitet. Allerdings sollten nicht, wie man vielleicht denken könnte, die Subventionen an die privaten Unternehmen zusammengestrichen werden, sondern vor allem bescheidene Leistungen an die Bürger: Die Eigenheimzulage, die Entfernungspauschale und der Sparerfreibetrag. Dass Steinbrück jetzt im Wahlkampf soziale Kreide gefressen hat, zerstört seine Glaubwürdigkeit letztlich noch weiter. Steinbrück schröpft Bürger und subventioniert Konzerne und Banken. Er ist die Fleisch gewordene Interessenkollision.
Aus: Telepolis

c. Was beim Berliner Großflughafen wirklich im Argen liegt

Während die öffentliche Schelte vor allem der Aufsichtsrats-Rochade von Wowereit und Platzeck gilt, bleiben wesentliche Teile des Bedingungsgefüges der Berliner Flughafenpleite weiter im Dunkeln. Dabei dürfte allen Kritikern bewusst sein, dass die Ursachen „tiefer“ liegen, womöglich in der organisatorischen Grundstruktur des Großprojekts.
Aus: Helmut Wiesenthal

Zum Schluss: Der Wirtschaftstext des Tages

Ermittler (…) kappen Vatikanbank von Zahlungssystemen
Dem Vatikan entgehen zurzeit tagtäglich hohe Einnahmen in Form von Gebühren, Eintritten oder Souvenirverkäufen, weil Touristen seit Anfang des Jahres nur noch in bar bezahlen können. Staatliche Ermittler in der Hauptstadt Rom untersuchen momentan die Transaktionen der Vatikanbank, weil sie davon überzeugt sind, dem Institut eine Verstrickung in Geldwäscheaktionen nachzuweisen.
Aus: Wirtschaftsfacts

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