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Nebenbei

  • Ippens Geist

    Zeitungsverleger haben einen schönen Beruf. Sie wirken daran mit, die Menschheit zu informieren und aufzuklären. Die einen Verleger mehr, die anderen weniger. Manche manchmal gar nicht. In diese Gruppe reiht sich Ippen ein. Er verbot, einen Artikel zu veröffentlichen, den Journalisten seines Hauses geschrieben haben. Der Beitrag stellt den Chefredakteur der Bild-Zeitung aus dem Konkurrenzverlag Springer bloß. Ippen begründete sein Verbot, er habe den Eindruck vermeiden wollen, mit dem Artikel dem Konkurrenzverlag zu schaden. Spiegelt Ippens Vorgehen und Rechtfertigung den Geist wider, der im Kreis der deutschen Verleger weht, ist es um Pressefreiheit, Wettbewerb und Marktwirtschaft schlecht bestellt. Die Leser deutscher Printprodukte könnten dann ohne Sorge, etwas zu verpassen, ihre Abos kündigen. Wer seinem Blatt aber treu bleibt, muss sich von jetzt an fragen, ob der Verleger seiner Zeitung in der aktuellen Ausgabe etwas zu drucken verbot, was es denn wohl sein könnte und warum er das, was er in der Zeitung stehen ließ, zu drucken erlaubte. Österreichs Kanzler erkaufte sich Lobeshymnen in Zeitungen. Von Ippens Verhalten ist es nicht mehr weit bis zu dem Argwohn, so etwas wie in Österreich könnte es auch in Deutschland geben. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 8 – 2013

Mittwoch, 9. Januar 2013

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Politik

a. Mit dumpfen Ressentiments gegen Rösler
Die Kritik an dem in Vietnam geborenen Kriegswaisen „wegen Inkompetenz“ ist vorgeschoben. In Wahrheit offenbart sie dumpfe Ressentiments gegen den „Vietnamesen“ Rösler.
Aus: Ruhrbarone

b. Peer Steinbrück im Zwielicht

Warum will Steinbrück die Causa Schienenkartell öffentlich verschweigen? Warum drängte er den Konzern nicht zu einer breiten öffentlichen Aufklärung? Warum verlangte er nicht im Interesse der geprellten Steuerzahler öffentliche Konsequenzen nach den Hausdurchsuchungen bei Thyssen-Krupp?
Aus: WAZ Rechercheblog

c.  Steinbrück hat seinen Auftrag erfüllt
Man kann Steinbrück vieles vorwerfen: Arroganz, Gier – aber dass er sich für den Erhalt von Jobs einsetzt, für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, an der Millionen Jobs hängen, nicht.
Aus: Ruhrbarone

d.  Steinbrück hat seinen Auftrag nicht erfüllt

Sie (Kartelle, Anm.) sind nicht anderes als Banden, die sich zusammengetan haben, um die Kunden zu betrügen. Wer in solchen Fällen keine Aufklärung will, darf auf keinen Fall Vorstandsvorsitzender einer Sparkasse in Nordrhein-Westfalen werden und könnte auch mit dem eher schlecht dotierten Job eines Bundeskanzlers moralisch und intellektuell überfordert sein.
Aus: Ruhrbarone

2. Medien

a. Von Antisemiten und Antisemanten
Dabei behauptet das Simon Wiesenthal Center mit seiner Liste gar nicht, dass Augstein „Deutschlands schlimmster Antisemit“ sei und damit „schlimmer“ als Neonazis. Es hält lediglich fünf Augstein-Zitate für derart anti-semitisch bzw. anti-israelisch, dass es diese auf Platz 9 der schlimmsten Verunglimpfungen gesetzt hat.
Aus: Bildblog

b. Medienkonsum im Wandel

Der Wunsch nach einer Papierzeitung ist kein angeborenes Bedürfnis, ohne dessen Erfüllung sie den Rest ihres Lebens unglücklich wären. So schwer sich leidenschaftliche Zeitungsleser dies auch vorstellen können: Nach einer kurzen Zeit der Abstinenz würden sie sich an diesen Zustand gewöhnen, so wie sich der Mensch an alle neuen Lebensssituationen anpasst.
Aus: Netzwertig.com

c. Wer soll das Internet regieren?

Diese rasante Karriere hat das Netz keiner zentralen Planungs- und Kontrollstelle, keiner Regierungsentscheidung, keiner einzelnen Organisation oder Person zu verdanken. Es hat sich im Zusammenspiel verschiedener Nutzergruppen entwickelt. Innovation fand in einem offenen System statt, ohne dass jemand hätte um Erlaubnis gefragt werden müssen.
Aus: Carta

d. Über Säue und Dörfer

Was geschieht eigentlich mit den Säuen, die gestern und vorgestern durchs Dorf getrieben wurden? Müssen die sich vorne wieder anstellen oder werden die irgendwann vergessen?
Aus: Wolfgang Michal

Zum Schluss: Der Wirtschaftstext des Tages

Die Ökonomie Gottes
Ökonomie gilt vielen als Rechtfertigung des Egoismus, Religion als dessen Gegenteil. Das Cliché ist falsch. Religion kann das Gedeihen der Wirtschaft befördern – aber auch katastrophale Folgen haben.
Aus: Never mind the markets

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