Schrift verkleinern Schrift vergrößern
RSS RSS-Feed

Letzte Kommentare

Nebenbei

  • Der strenge Duft des Sports

    Lange galt es als unterhaltsam, Spitzenathleten bei ihren Sportfesten zuzuschauen. Betrügerische Sportler haben das Vergnügen stark gemindert. Heute ist es viel unterhaltsamer, dem Treiben der Sportfunktionäre zuzuschauen. Sie liefern alle Zutaten, die Kriminalromane spannend machen. – Die Tour de France entpuppte sich als Dopingpfuhl. In den Fußballgremien herrscht Korruption. Die Olympischen Spiele erweisen sich als Eldorado für Betrüger. Die Aufklärungsversuche gewähren nicht nur faszinierende Einblicke in die klebrigen Konglomerate der Sportorganisationen. Auch die Aufklärung und die Sanktionierung der Ungeheuerlichkeiten, die sich in den Sportgremien abspielen, haben das Zeug zum Krimi. – Wie tief der Sport gesunken ist, demonstriert das IOC. Es zeigt sich nicht bereit, die systematischen Betrugsaktionen des russischen Staates nachdrücklich zu sanktionieren. Der Sport hat mafiöse Strukturen angesetzt, die munter vor sich hin wuchern und sich längst mit staatlichen Machtmitteln paaren. – Die Liste der Sportler und Sportfunktionäre, die sich in Verruf gebracht haben, ist ellenlang. Gerade erleben wir, wie sich IOC-Präsident Bach in diese Schlange der gestrauchelten Prominenten einreiht. Er wird am Wochenende Olympische Spiele eröffnen, die nur chronisch Arglose anschauen können, ohne an dem zu zweifeln, was sie sehen. Bach hat sich nicht nur mit mangelhaften Aufklärungs- und Sanktionsbemühungen geschadet. Er hat sich auch mit seiner Nähe zu den Machthabern Russlands, das Lug und Betrug mit Doping staatlich betrieb, angreifbar gemacht, wenn nicht gar disqualifiziert. Wer glaubt noch, dass er den Stall ausmisten kann? – Die Athleten und Funktionäre wissen, womit sie es zu tun haben. Die Zuschauer, die an der Nase herumgeführt werden, erfahren es nach und nach. Die Sponsoren müssten eigentlich darauf dringen, die Missstände schleunigst zu beheben, um nicht mit ihnen verbunden zu werden. Wer kann schon ein Interesse daran haben, sein Geld und seinen guten Namen an eine Sache zu binden, die zum Himmel stinkt? – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 8 – 2013

Mittwoch, 9. Januar 2013

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Politik

a. Mit dumpfen Ressentiments gegen Rösler
Die Kritik an dem in Vietnam geborenen Kriegswaisen „wegen Inkompetenz“ ist vorgeschoben. In Wahrheit offenbart sie dumpfe Ressentiments gegen den „Vietnamesen“ Rösler.
Aus: Ruhrbarone

b. Peer Steinbrück im Zwielicht

Warum will Steinbrück die Causa Schienenkartell öffentlich verschweigen? Warum drängte er den Konzern nicht zu einer breiten öffentlichen Aufklärung? Warum verlangte er nicht im Interesse der geprellten Steuerzahler öffentliche Konsequenzen nach den Hausdurchsuchungen bei Thyssen-Krupp?
Aus: WAZ Rechercheblog

c.  Steinbrück hat seinen Auftrag erfüllt
Man kann Steinbrück vieles vorwerfen: Arroganz, Gier – aber dass er sich für den Erhalt von Jobs einsetzt, für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, an der Millionen Jobs hängen, nicht.
Aus: Ruhrbarone

d.  Steinbrück hat seinen Auftrag nicht erfüllt

Sie (Kartelle, Anm.) sind nicht anderes als Banden, die sich zusammengetan haben, um die Kunden zu betrügen. Wer in solchen Fällen keine Aufklärung will, darf auf keinen Fall Vorstandsvorsitzender einer Sparkasse in Nordrhein-Westfalen werden und könnte auch mit dem eher schlecht dotierten Job eines Bundeskanzlers moralisch und intellektuell überfordert sein.
Aus: Ruhrbarone

2. Medien

a. Von Antisemiten und Antisemanten
Dabei behauptet das Simon Wiesenthal Center mit seiner Liste gar nicht, dass Augstein „Deutschlands schlimmster Antisemit“ sei und damit „schlimmer“ als Neonazis. Es hält lediglich fünf Augstein-Zitate für derart anti-semitisch bzw. anti-israelisch, dass es diese auf Platz 9 der schlimmsten Verunglimpfungen gesetzt hat.
Aus: Bildblog

b. Medienkonsum im Wandel

Der Wunsch nach einer Papierzeitung ist kein angeborenes Bedürfnis, ohne dessen Erfüllung sie den Rest ihres Lebens unglücklich wären. So schwer sich leidenschaftliche Zeitungsleser dies auch vorstellen können: Nach einer kurzen Zeit der Abstinenz würden sie sich an diesen Zustand gewöhnen, so wie sich der Mensch an alle neuen Lebensssituationen anpasst.
Aus: Netzwertig.com

c. Wer soll das Internet regieren?

Diese rasante Karriere hat das Netz keiner zentralen Planungs- und Kontrollstelle, keiner Regierungsentscheidung, keiner einzelnen Organisation oder Person zu verdanken. Es hat sich im Zusammenspiel verschiedener Nutzergruppen entwickelt. Innovation fand in einem offenen System statt, ohne dass jemand hätte um Erlaubnis gefragt werden müssen.
Aus: Carta

d. Über Säue und Dörfer

Was geschieht eigentlich mit den Säuen, die gestern und vorgestern durchs Dorf getrieben wurden? Müssen die sich vorne wieder anstellen oder werden die irgendwann vergessen?
Aus: Wolfgang Michal

Zum Schluss: Der Wirtschaftstext des Tages

Die Ökonomie Gottes
Ökonomie gilt vielen als Rechtfertigung des Egoismus, Religion als dessen Gegenteil. Das Cliché ist falsch. Religion kann das Gedeihen der Wirtschaft befördern – aber auch katastrophale Folgen haben.
Aus: Never mind the markets

Schreiben Sie einen Kommentar

Ja, ich möchte über neue Blog-Beiträge per E-Mail informiert werden.