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Nebenbei

  • Trumps Theater

    Über die Geduld der US-Medien kann man nur staunen. Immer wieder schicken sie Journalisten zu Pressekonferenzen, bei denen Präsident Trump und seine Mitarbeiter lügen, was das Zeug hält, die Journalisten beschimpfen und deren Arbeitgeber verleumden. Es drängt sich schon die Frage auf: Müssen die Beschimpften die Lügen und Tiraden über sich ergehen lassen und sie dann auch noch verbreiten? Diese Frage provoziert die nächste: Wäre es nicht an der Zeit, den Transport der alternativen Fakten ihren Urhebern zu überlassen? Trump und seine Mitarbeiter müssten dann ihre Fakenews ohne Hilfe der meisten Medien an die Bürger bringen. Es stehen dazu Twitter, regierungsnahe Medien und auch Presseerklärungen zur Verfügung. Die Berichterstattung der geschmähten Medien über die Regierungsarbeit muss unter diesem Schritt nicht leiden. Er würde es Trump aber erschweren, sich als Opfer der Medien darzustellen und mit diesem Manöver Desinformation zu betreiben, während die Medien so arbeiten könnten wie bisher. Noch schwerer hätte er es, wenn die in Washington tätigen Medien einen Verein zur Veranstaltung von Pressekonferenzen gründeten und nahe beim Weißen Haus Büros anmieteten. Dorthin könnte der Verein dann Persönlichkeiten einladen, die zu aktuellen Themen etwas mitzuteilen haben, auch zu jenen, über die Trump gar nicht oder falsch informiert. Und schließlich, um ihm Einhalt zu gebieten: Können Journalisten und Medienunternehmen, die Trump wahrheitswidrig bezichtigt zu lügen, den Präsidenten und die US-Regierung nicht wegen übler Nachrede , Verleumdung und gegebenenfalls auch wegen Geschäftsschädigung verklagen? – Selbst wenn es ginge, würde es wohl nicht dazu kommen. Schade eigentlich. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 75 – 2012

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Medien

a. Online-Medien: Vertrauenssache
Prozessjournalismus ist als Begriff noch so neu, dass nicht alle ihn schon richtig verstanden haben. Ein Freund sagte immer, ordentlich arbeiten könne man nur, wenn man die drei A beherzigt: Anfangen, Arbeiten, Aufhören. Tja. So war das früher. Angefangen und gearbeitet wird immer noch, nur das Aufhören scheint schwieriger geworden zu sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass ein fertiger, veröffentlichter Text auf der Website eines großen Online-Mediums mehrmals geändert wird. Das ist kein Einzelfall, nur ist es diesmal eben aufgefallen.
Aus: Carta

b. Zeitungs-Cocooning in der Kuschelkrise

Vielleicht ist es also ganz und gar nicht gut, wenn viele Zeitungen jetzt von der Krise reden, die leider völlig unerwartet über sie hereinbrach und in die sie jetzt schuldlos geraten sind. Möglicherweise lügt man sich sogar in die Tasche, wenn man jetzt von Google und dem Internet redet. Weil man damit eigene Versäumnisse als mögliche Ursache kategorisch ausschließt. Zumindest sind mir nicht allzu viele Zeitungsleute bekannt, die sich auch mal offen hinstellen und hinterfragen, ob das Produkt, das viele seit Jahren abliefern, nicht einfach die Hauptursache für die zunehmende Schwindsucht ist.
Aus: JakBlog

c. Journalismus als gemeinnützige Aufgabe

Wir glauben, es wäre gut, wenn Journalismus gemeinnützig werden könnte. Denn dann könnten zum Beispiel Verlagshäuser bemerkbar entlastet werden, um ihnen die Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgabe zu erleichtern. Damit werden auch Jobs gesichert und Zeitungen gestützt. Nehmen wir nur die Sonntagsreden der Politiker beim Wort, wenn sie die große und wichtige öffentliche Bedeutung des Journalismus für unsere Demokratie preisen. Um diesen Journalismus zu schützen, müssten Medienpolitiker nur die Rahmenbedingungen ein wenig ändern. Dann könnte der freie Journalismus wettbewerbsfähig bleiben.
Aus: Ruhrbarone

d. Die irren Zahlen hinter Thylmanns Erfolg

Um zu verstehen, wie erfolgreich Thylmann und seine Firma Manwin eigentlich sind, muss man nur einen Blick auf die Zahlen werfen. So sollen zwei seiner Seiten, YouPorn und Pornhub, allein im Juli rund 5,5 Milliarden Pageviews erzielt haben. Die Wikipedia hatte in demselben Zeitraum „nur“ rund eine Milliarde mehr (6,3 Milliarden).
Aus: Meedia

2. Politik

a. (…) dass der Erfolg bestraft werden muss
Für seinen leidenschaftlichen Ausbruch hat Depardieu viel Beifall bekommen. Im französischsprachigen Netz wimmelt es von Solidaritätserklärungen; eine online-Befragung des konservativen Figaro zeigt, dass 80 Prozent die Wut Gérard Depardieus verstehen.
Aus: Telepolis

b. Der Traum von einer liberalen Partei

Oft habe ich an dieser Stelle meinem Ärger über die FDP Luft gemacht. Auch die Piraten habe ich immer wieder näher unter die Lupe genommen und kritisiert. Mit den anderen Parteien konnte ich sowieso immer recht wenig anfangen. Mir bleibt daher nichts anderes als die Erkenntnis, dass ich derzeit politisch heimatlos bin. Umso mehr drängt sich dann aber natürlich die Frage auf, wie eine Partei positioniert sein müsste, mit der ich mich identifizieren kann.
Aus: The European

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