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Nebenbei

  • Sissy, Soraya, Frauke

    Die AfD kann mit der Resonanz ihres Kölner Parteitags zufrieden sein. Die Partei ist zerstritten. Ihre Umfragewerte sind gesunken. Dennoch beherrscht sie die Schlagzeilen. Ihre Gegner, die in Köln aufmarschierten, und die Medien, die seit Wochen über jede Regung der kleinen Partei berichten, verschafften ihr wieder einmal unverhältnismäßig starke Beachtung. Großes Verdienst daran hat auch Frauke Petry. Sie betätigt sich in der AfD seit Wochen als Spaltpilz und scheint darüber an Einfluss zu verlieren. Bisher ließen sich die Medien von der AfD mit Beschimpfungen und Tabubrüchen zu üppiger Berichterstattung provozieren. Nun aber beginnen Journalisten, bei der AfD das Feld der Politik mit dem des Glamours zu verbinden, auf dem sich üblicherweise die Stars, die Beauties und die Royals tummeln. Der MDR versah seinen Vorbericht auf den AfD-Parteitag mit der Schlagzeile: „Schicksalstage für Frauke Petry?“ Erinnert das nicht an Romy und ihre Paraderolle, die Sissy? Langsam, aber unaufhaltsam wird Frauke in die Riege der Sissys und Sorayas samt ihrer vielen Nachfolgerinnen vorrücken. Die AfD mag Frauke schnöde beiseiteschieben oder gar vollständig ausmustern. Uns wird sie auf lange Zeit erhalten bleiben, nicht nur auf den Titelbildern der Magazine, die beim Friseur, im Wartezimmer des Hausarztes und in den Stadtcafés herumliegen, sondern vielleicht sogar als ständige Gästin bei der jährlichen Bambiverleihung. Ist das nicht tröstlich? – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 75 – 2012

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Medien

a. Online-Medien: Vertrauenssache
Prozessjournalismus ist als Begriff noch so neu, dass nicht alle ihn schon richtig verstanden haben. Ein Freund sagte immer, ordentlich arbeiten könne man nur, wenn man die drei A beherzigt: Anfangen, Arbeiten, Aufhören. Tja. So war das früher. Angefangen und gearbeitet wird immer noch, nur das Aufhören scheint schwieriger geworden zu sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass ein fertiger, veröffentlichter Text auf der Website eines großen Online-Mediums mehrmals geändert wird. Das ist kein Einzelfall, nur ist es diesmal eben aufgefallen.
Aus: Carta

b. Zeitungs-Cocooning in der Kuschelkrise

Vielleicht ist es also ganz und gar nicht gut, wenn viele Zeitungen jetzt von der Krise reden, die leider völlig unerwartet über sie hereinbrach und in die sie jetzt schuldlos geraten sind. Möglicherweise lügt man sich sogar in die Tasche, wenn man jetzt von Google und dem Internet redet. Weil man damit eigene Versäumnisse als mögliche Ursache kategorisch ausschließt. Zumindest sind mir nicht allzu viele Zeitungsleute bekannt, die sich auch mal offen hinstellen und hinterfragen, ob das Produkt, das viele seit Jahren abliefern, nicht einfach die Hauptursache für die zunehmende Schwindsucht ist.
Aus: JakBlog

c. Journalismus als gemeinnützige Aufgabe

Wir glauben, es wäre gut, wenn Journalismus gemeinnützig werden könnte. Denn dann könnten zum Beispiel Verlagshäuser bemerkbar entlastet werden, um ihnen die Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgabe zu erleichtern. Damit werden auch Jobs gesichert und Zeitungen gestützt. Nehmen wir nur die Sonntagsreden der Politiker beim Wort, wenn sie die große und wichtige öffentliche Bedeutung des Journalismus für unsere Demokratie preisen. Um diesen Journalismus zu schützen, müssten Medienpolitiker nur die Rahmenbedingungen ein wenig ändern. Dann könnte der freie Journalismus wettbewerbsfähig bleiben.
Aus: Ruhrbarone

d. Die irren Zahlen hinter Thylmanns Erfolg

Um zu verstehen, wie erfolgreich Thylmann und seine Firma Manwin eigentlich sind, muss man nur einen Blick auf die Zahlen werfen. So sollen zwei seiner Seiten, YouPorn und Pornhub, allein im Juli rund 5,5 Milliarden Pageviews erzielt haben. Die Wikipedia hatte in demselben Zeitraum „nur“ rund eine Milliarde mehr (6,3 Milliarden).
Aus: Meedia

2. Politik

a. (…) dass der Erfolg bestraft werden muss
Für seinen leidenschaftlichen Ausbruch hat Depardieu viel Beifall bekommen. Im französischsprachigen Netz wimmelt es von Solidaritätserklärungen; eine online-Befragung des konservativen Figaro zeigt, dass 80 Prozent die Wut Gérard Depardieus verstehen.
Aus: Telepolis

b. Der Traum von einer liberalen Partei

Oft habe ich an dieser Stelle meinem Ärger über die FDP Luft gemacht. Auch die Piraten habe ich immer wieder näher unter die Lupe genommen und kritisiert. Mit den anderen Parteien konnte ich sowieso immer recht wenig anfangen. Mir bleibt daher nichts anderes als die Erkenntnis, dass ich derzeit politisch heimatlos bin. Umso mehr drängt sich dann aber natürlich die Frage auf, wie eine Partei positioniert sein müsste, mit der ich mich identifizieren kann.
Aus: The European

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