Schrift verkleinern Schrift vergrößern
RSS RSS-Feed

Nebenbei

  • Es geht noch schlechter

    Um die Deutsche Bank und die Commerzbank steht es schlecht. Bundesfinanzminister Scholz (SPD) möchte ihren Verfall stoppen. Sie sollen sich zusammenschließen. Er hofft, vereint könnten sie eine stärkere Rolle spielen. Die Verhandlungen haben gerade begonnen. Sie werden beide Banken zunächst weiter schwächen. Um größeres Gewicht zu gewinnen, müssen sie Kosten senken. Sie gilt, Stellen zu streichen und Zweigstellen zu schließen. Beide Geldhäuser beschäftigen insgesamt gut 130.000 Menschen. Soll der Zusammenschluss den gewünschten Gewinn bringen, könnten 20.000 bis 50.000 Stellen wegfallen. Was werden die Mitarbeiter bei diesen Aussichten tun? Sie werden sich fragen, ob sie es sind, die demnächst auf der Strecke bleiben. Viele werden alles daransetzen, einen anderen Arbeitgeber zu finden. Sie werden sich umhören, Bewerbungen schreiben, sich auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Sie werden ihre finanziellen Verhältnisse straffen, um drohende Durststrecken zu überstehen. Sie werden sich zum Abwehrkampf gegen den Zusammenschluss formieren und an Protestaktionen teilnehmen. Bis die Vereinigung in trockenen Tüchern ist, falls es zu ihr kommt, wird einige Zeit ins Land gehen. Derweil werden sich die Beschäftigten mehr mit sich selbst als mit den Geschäften ihrer Bank befassen. Ist es abwegig abzunehmen, dass sich die schlechte Ertragslage der beiden Banken in nächster Zeit noch verschlechtern wird? – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 70 – 2012

Freitag, 14. Dezember 2012

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Medien

a. Der Schiedsrichter-Platz (…) ist zu bequem geworden
Der Unterschied zwischen Google und den deutschen Presseverlagen ist der: Erstere glaubten an ihre Idee. Sie wussten, dass die Zeit auf ihrer Seite ist. Und die Verleger? Sie schwammen in ihren Geldspeichern herum. Unter den reichsten Deutschen finden sich auch heute noch auffallend viele Verleger. Doch ins Risiko gehen – das hatten sie total verlernt. Weder ein soziales Netzwerk noch eine Suchmaschine haben sie entwickelt. Im Internet kleckerten sie ein wenig herum – anstatt zu klotzen. Enorm viel Zeit verloren sie mit kindischen Schaukämpfen gegen ARD und „Webkommunisten“. Heute sehen manche Verantwortliche ein, dass das falsch war.
Aus: Carta

b. Wo immer Du auch bist

Das Netz erleichtert es, trotz räumlicher Distanz, fremden Menschen bis zur Unerträglichkeit auf die Pelle zu rücken. Und während man den einen oder anderen Shitstorm aussitzen kann, bleibt der digitale Fan meist zäh wie Leder. Den frustrierten Foristen, der regelmäßig mit Hasstiraden protzt, kann man erstens klar einordnen und zweitens ignorieren. Aber was macht man, vor allem als Person des öffentlichen Lebens, als Nachwuchspolitiker oder C-Promi, mit sogenannten „Fans“, die es nur gut meinen und die man eigentlich nicht verprellen möchte?
Aus: The European


2. Politik

a. Neue Maßeinheit für Großprojekte
Sich sehr große Zahlen vorzustellen, fällt den meisten Menschen schwer. Eine Eins mit neun Nullen – wieviele Großeinkäufe beim Tengelmann sind das? Wieviele Sofagarnituren “Alabama fliederrot” von Möbel Höffner, wieviele Liter Super plus? Mathematiker verpassen sehr großen Zahlen deshalb Eigennamen, um die Sache anschaulicher zu machen. Ein Googol entspricht beispielsweise einer Eins mit hundert Nullen und klingt zudem viel viel beser als “zehn Sedezilliarden”. Ähnliches scheint sich nun auch bei der Kalkulation von Großprojekten durchzusetzen. Dort wird nämlich ebenfalls mit Zahlen hantiert, die für Normalbürger kaum fassbar sind. Statt die erwarteten Kosten in Milliarden oder Zilliarden anzugeben, etabliert sich hier zunehmend eine neuen Maßeinheit: die Elbphilharmonie (kurz €£฿).
Aus: Tom Hillenbrand

b. Bundesbank: Vorsicht, Blähungen

Auffallend ist, dass Deutsche Inländer von Januar bis Oktober 2012 überwiegend deutsche Aktien gekauft haben. Die Anleger kaufen immer das, was schon teuer ist und nicht das, was noch teuer wird. Ich hasse es, einen Text mit so vielen Zahlen zu schreiben, wollte aber mal anhand echter und konkreter Zahlen zeigen, wie sich die Märkte von den Volumina her entwickeln. Die Schulden von Bund und Ländern nehmen so langsam überhand und blähen das System auf; Wirtschaft und Industrie hingegen schrauben ihre Investitionen stark zurück. Diese Blähungen werden demnach immer konkreter, …. ich halte mir lieber schon mal das Näschen zu. PS: Ich kenne das noch aus dem Studium; VWL erträgt man nur mit Witz, Unterhaltung, Satire und Sexismus. *grins*
Aus: Jenny’s Blog

c. Apotheken: Staatsnähe nährt Lobbyismus

Das Einzige was hilft ist, diese Abhängigkeit möglichst stark zurückzunehmen. Und das würde im Fall der Apotheken nicht nur die Macht der Lobbyisten zurückdrängen, sondern könnte uns allen auch noch eine Menge Geld sparen. Auch wenn die Apotheker sich selbst als Heilberuf verstehen, kann man sie getrost dem Einzelhandel zuordnen. Sie kaufen und verkaufen Waren und immer mehr davon haben mit Medizin nichts mehr zu tun: Kosmetika und Süßigkeiten werden für ihren Umsatz immer wichtiger. Warum sollte man sie grundsätzlich anders behandeln als den übrigen Einzelhandel? Preise würden sinken, wenn es Apothekenketten gäbe, die mit den Pharmakonzernen auf Augenhöhe verhandeln würden.
Aus: Ruhrbarone

Schreiben Sie einen Kommentar

Ja, ich möchte über neue Blog-Beiträge per E-Mail informiert werden.