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Nebenbei

  • Trump und das Wettrüsten

    Seit jeher setzen die USA Trends. Noch ist Trump nicht im Weißen Haus. Doch schon hat er ein neues Wettrüsten ausgelöst. Von Matthias Kolb (SZ) erfahren wir, dass die US-Zeitungen anfangen, sich auf den Twitter-Präsidenten einzustellen. Sie rüsten personell auf, weil sie Trump auf der Spur bleiben wollen. Offensichtlich rechnen sie damit, dass sich ihre Investition lohnen wird. Trump ist nicht nur interessant wegen der Dinge, die er demnächst tun und lassen wird. Auch seine Vergangenheit könnte sich weiterhin als Goldgrube erweisen. Mit seinen Ein- und Ausfällen lässt sich womöglich kräftig Auflage machen. Sind ähnliche Entwicklungen auch bei deutschen Zeitungen zu erwarten? Wegen der 12,5 Prozent, die AfD-Chefin Petry derzeit auf die Waage bringt, werden deutsche Verleger ihr Redaktionspersonal wohl kaum aufstocken. Doch was passiert, wenn das rechtspopulistische Online-Medium Breitbart, das Trump in den USA wirkungsvoll unterstützt, das bald in Deutschland eine Filiale eröffnen will und das hier bereits mit einer Kostprobe seines Könnens für Aufsehen sorgte, demnächst dazu übergehen wird, Petry zu pushen? Der SPD im Ruhrgebiet, den Konservativen in der CDU und der CSU in Bayern bereitet die AfD schon heute Kopfschmerzen. Sie werden sich mit jedem Prozentpunkt verstärken, um den die AfD zulegt. Nicht nur Breitbart und Petry werden an dieser Aufgabe arbeiten. Wer mag sich bei diesen Aussichten noch damit trösten, dass Petry längst nicht so gut twittern kann wie Trump? – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 56 – 2012

Donnerstag, 29. November 2012

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Medien

a. Botschaft der Print-Medien: Hört auf, uns zu lesen
Die eigentliche Überraschung findet sich aber auf Seite 119: Dort studiert ein Bundeswehrsoldat in Uniform in einer Bibliothek intensiv in einem Buch! Er ist der einzige Leser in der gesamten Werbung des Heftes. Und auch bei den Werbegeschenken für Spiegel-Produkte gibt es nichts Gedrucktes – nur Kaffeebecher, Taschen, Uhren, Fahrradschlösser oder Glaswaagen. Ich denke, die Printmedien sind schon weiter als sie es selber ahnen. Sie haben sich aufgegeben.
Aus: Carta

b. Wie Verlage im Internet Geld verdienen

Auch weiterhin hält sich das Gerücht, journalistische Inhalte ließen sich mit Werbung im Internet nicht refinanzieren. Das ist bemerkenswert – denn es ist falsch. Schon vor fünf Jahren verdienten die Online-Auftritte einer ganzen Reihe journalistischer Marken ganz wunderbar Geld.
Aus: Indiskretion Nebensache

c. Google und die Linke

Wenn Google als Google mit offenem Visier gegen die Position des guten, alten deutschen Qualitätsjournalismus (das Residuum des deutschen Bildungsbürgers!) antritt, dann kann es nur verlieren. Von links bis rechts schließen sich sofort die Reihen gegen den “amerikanischen Konzern“, der ja “nur seine eigenen Interessen verfolgt” (Im Gegensatz natürlich zu den integren deutschen Verlagen, die nur die Demokratie retten wollen!). Und tatsächlich war haargenau diese Argumentation in ihrer einfältigen Schlichtheit von Spiegel Online bis FAZ über Süddeutsche nachlesbar.
Aus: Hier

d. Wie einseitig die WAZ (…) informiert

Man hätte nicht glauben können, dass diese analoge Lebenslüge der Internetausdrucker im Jahr 2012 noch genutzt wird. Diese Aussage ist so unüberlegt, das man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Denn natürlich ist das Internet schon jetzt kein rechtsfreier Raum und im Internet läuft man sogar viel eher Gefahr Ärger mit dem Rechtsstaat zu bekommen als “offline”, denn eine ärgerliche Aussage über den Chef sorgt in der Stammkneipe vielleicht für Belustigung, bei Facebook kann das zum Rauswurf führen.
Aus: Pottblog

2. Gesellschaft

„Wer aufsteigen will, muss mit seiner Herkunft brechen“
Es sind die feinen Unterschiede, die sich beim Aufstieg bemerkbar machen. Unsichtbare Mauern, die das Fortkommen behindern. Wie und welche Musik wird gehört? Wie und was wird gegessen? Wie und worüber unterhält man sich? Der Habitus ist entscheidend, nicht nur das erlernte Wissen. Die Aufsteiger müssen mit dem Habitus der Schicht brechen aus der sie kommen, um aufzusteigen und in höheren Milieus akzeptiert zu werden. Und so stammen 70 Prozent der Vorstände der größten deutschen Unternehmen aus der drei Prozent großen Oberschicht der Bundesrepublik.
Aus: Ruhrbarone

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