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Nebenbei

  • Trumps Theater

    Über die Geduld der US-Medien kann man nur staunen. Immer wieder schicken sie Journalisten zu Pressekonferenzen, bei denen Präsident Trump und seine Mitarbeiter lügen, was das Zeug hält, die Journalisten beschimpfen und deren Arbeitgeber verleumden. Es drängt sich schon die Frage auf: Müssen die Beschimpften die Lügen und Tiraden über sich ergehen lassen und sie dann auch noch verbreiten? Diese Frage provoziert die nächste: Wäre es nicht an der Zeit, den Transport der alternativen Fakten ihren Urhebern zu überlassen? Trump und seine Mitarbeiter müssten dann ihre Fakenews ohne Hilfe der meisten Medien an die Bürger bringen. Es stehen dazu Twitter, regierungsnahe Medien und auch Presseerklärungen zur Verfügung. Die Berichterstattung der geschmähten Medien über die Regierungsarbeit muss unter diesem Schritt nicht leiden. Er würde es Trump aber erschweren, sich als Opfer der Medien darzustellen und mit diesem Manöver Desinformation zu betreiben, während die Medien so arbeiten könnten wie bisher. Noch schwerer hätte er es, wenn die in Washington tätigen Medien einen Verein zur Veranstaltung von Pressekonferenzen gründeten und nahe beim Weißen Haus Büros anmieteten. Dorthin könnte der Verein dann Persönlichkeiten einladen, die zu aktuellen Themen etwas mitzuteilen haben, auch zu jenen, über die Trump gar nicht oder falsch informiert. Und schließlich, um ihm Einhalt zu gebieten: Können Journalisten und Medienunternehmen, die Trump wahrheitswidrig bezichtigt zu lügen, den Präsidenten und die US-Regierung nicht wegen übler Nachrede , Verleumdung und gegebenenfalls auch wegen Geschäftsschädigung verklagen? – Selbst wenn es ginge, würde es wohl nicht dazu kommen. Schade eigentlich. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 50 – 2012

Donnerstag, 22. November 2012

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)  

1. Medien

a. In der Krise: Mehr Zeitung wagen
Was ist zu tun? Pläne müssen doch nach den unzähligen Diskussionen stapelweise in den Schubladen liegen. Die Frage ist: Holen wir sie da raus? Stecken wir unter hektischem Debattieren, hätte, könnte, sollte, müsste, den Kopf weiter in den Sand? Schieben wir die Schuld den Umständen in die Schuhe, rufen wir nach neuen Gesetzen? Oder erinnern wir uns, was wir der zahlenden Kundschaft schuldig sind, mit der wir einen Vertrag auf Gegenseitigkeit abgeschlossen haben: gute Ware gegen gutes Geld? Kriegen wir es endlich fertig, mit dem Pfund, das wir – immer noch! – haben, zu wuchern?
Aus: Carta

b. FTD – Chronik eines absehbaren Ablebens

Niemand kann sich darüber freuen, wenn eine Redaktion mit vielen guten Leuten einfach so abgeschaltet wird. Aber jene Redaktion selbst sieht sich ja der Marktwirtschaft verpflichtet. Und aus dieser Sicht ist das Produkt, das im 13. Jahre (Zahlenmystiker werden dies lieben) erschien, gescheitert. Es hat niemals auch nur eine schwarze Zahl geschrieben, seine Auflage und seine Werbeeinnahmen sinken seit langer Zeit, online hat es nie Bedeutung erlangt.
Aus: Indiskretion Ehrensache

c. Mediensterben in Deutschland

Zwar ist die „FTD“ immer noch die sechstgrößte Tageszeitung Deutschlands, doch die Auflage geht wie bei fast allen Zeitungen stetig zurück. Im dritten Quartal 2012 lag sie noch bei 102.000 Exemplaren – davon 42.000 Abonnenten und 3.000 Exemplare aus dem Einzelverkauf. Lediglich durch Freiexemplare und Promotionen hat sich die Auflage in den vergangenen Jahren gehalten, denn Abos und Einzelverkauf sind seit 2008 um 28 Prozent bzw. 40 Prozent gesunken. Das ist kein Jammern auf niedrigem Niveau, sondern ein Niedergang. Die Konsequenzen sind bekannt: Ausdünnung der Medienlandschaft, Abwanderung von Redakteuren ins Corporate Publishing, et cetera. Mit diesen Zahlen befindet sich die „FTD“ in guter Gesellschaft. Die Insolvenzen von „FR“ und „FTD“ sind lediglich die Anfänge eines Prozesses, an dessen Ende eine tief greifende Reorganisation der Medien stehen könnte. Die vielfach zitierte Robustheit der deutschen Zeitungslandschaft ist immer mehr ein Ding der Vergangenheit.
Aus: The European

2. Politik und Wirtschaft

Steinbrück-Auftraggeber prüft Steinbrück-Auftraggeber
Ernst & Young war also ein Auftragnehmer des Finanzministeriums unter Minister Peer Steinbrück und ein Auftraggeber des Bundestagsabgeordneten Peer Steinbrück. Das nun dieses Beratungsunternehmen im Auftrag der Stadtwerke Bochum unter anderem die Vorgänge um Peer Steinbrück prüft, ist sicher kein Zeichen eines ernsthaften Aufklärungswillens.
Aus: Ruhrbarone

3. Politik und Gesundheit

Die wundersame Spontanheilung Ralf Jägers
In einer Zeit, in der immer wieder neue Krankheiten entdeckt werden, die großen gesundheitlichen Geißeln der Menschheit noch nicht wirksam bekämpft werden können (…), da sind gute Nachrichten aus dem Gesundheitsbereich selten und werden sicherlich gerne gesehen. Insofern kann man die SPONtane Genesung des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralp Jäger nur begrüßen!
Aus: Pottblog

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