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Nebenbei

  • Es geht noch schlechter

    Um die Deutsche Bank und die Commerzbank steht es schlecht. Bundesfinanzminister Scholz (SPD) möchte ihren Verfall stoppen. Sie sollen sich zusammenschließen. Er hofft, vereint könnten sie eine stärkere Rolle spielen. Die Verhandlungen haben gerade begonnen. Sie werden beide Banken zunächst weiter schwächen. Um größeres Gewicht zu gewinnen, müssen sie Kosten senken. Sie gilt, Stellen zu streichen und Zweigstellen zu schließen. Beide Geldhäuser beschäftigen insgesamt gut 130.000 Menschen. Soll der Zusammenschluss den gewünschten Gewinn bringen, könnten 20.000 bis 50.000 Stellen wegfallen. Was werden die Mitarbeiter bei diesen Aussichten tun? Sie werden sich fragen, ob sie es sind, die demnächst auf der Strecke bleiben. Viele werden alles daransetzen, einen anderen Arbeitgeber zu finden. Sie werden sich umhören, Bewerbungen schreiben, sich auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Sie werden ihre finanziellen Verhältnisse straffen, um drohende Durststrecken zu überstehen. Sie werden sich zum Abwehrkampf gegen den Zusammenschluss formieren und an Protestaktionen teilnehmen. Bis die Vereinigung in trockenen Tüchern ist, falls es zu ihr kommt, wird einige Zeit ins Land gehen. Derweil werden sich die Beschäftigten mehr mit sich selbst als mit den Geschäften ihrer Bank befassen. Ist es abwegig abzunehmen, dass sich die schlechte Ertragslage der beiden Banken in nächster Zeit noch verschlechtern wird? – Ulrich Horn

Bochumer Standard?

Donnerstag, 8. November 2012

Nebenbei

(uh) Flurschäden sind schlecht zu verbergen. Den Stars ihres Atriumtalks zahlten Bochums Stadtwerke 25.000 Euro. Pro Jahr kostete das Tamtam 180.000 Euro, 500 Euro für jeden der 360 Zuschauer. Ob sie gekommen wären, wenn die Stadtwerke 500 Euro Eintritt pro Person verlangt hätten? Die groß tönende Show, ein bisschen Metropolen-Flair im kleinstädtischen Revier, wird nun eingestellt. Beendet ist die Affäre damit nicht. Sie lässt viele alt aussehen. Die Stadtwerke gaukelten vor, die Honorare der Promis würden für wohltätige Zwecke gespendet. Doch nur zwei von acht taten das. Steinbrück reicht die Spende nach. Das wird ihm beim Thema Nebeneinkünfte kaum helfen. Es kann noch einiges auf ihn zukommen. Auch auf Oberbürgermeisterin Scholz. Sie führt die Aufsicht über die Stadtwerke. Nicht sehr erfolgreich. Hat sie von nichts gewusst? Wie will sie glaubhaft Sparmaßnahmen vertreten? Und dann Stadtwerke-Chef Wilmert: Er managte nicht nur die Talkshow schlecht, sondern auch die Krise, in die er Steinbrück tunkte. Wenn das, was da abgeliefert wurde, Standard bei Stadt und Stadtwerken ist, muss man sich um Bochum sorgen. Fragt jemand nach persönlichen Konsequenzen? Dumme Frage. Wer soll denn gehen? Scholz? Wilmert? Warum sollten sie? Taten nicht beide ihr Bestes?

3 Kommentare zu “Bochumer Standard?”

  1. Roland Appel sagt:

    Was geht eigentlich vor in den Köpfen provinzieller Scheineliten? Oma Meier, aus Langendreer, die sich Gas oder Strom von ihrer kleinen Rente nicht mehr leisten kann, bekommt wegen 66,80 € Schulden den Hahn zugedreht. Aber – hasse nich gesehen? – die Straßenbahnen der BoGeStra, die ja auf den Schienen der Welt im internationalen Wettbewerb auf ihren 40 Jahre alten Drehgestellen rattern, drücken sich beim Strom um die EEG-Umlage. Die Oma Meier natürlich löhnen muss und wie viele Privathaushalte die Energiewende allein tragen, weil sich die Wirtschaft durch Schlupflöcher verdrückt.
    In irgendwelchen Aquarien räkelt sich derweil die für ganz andere Aufgaben gewählte Ruhrpott-Sozialdemokratie im warmen Kunstlicht, macht auf Kosten von Oma Meier auf Schickimicki und zahlt Leuten, wie Präsident Gauck und Peer Steinbrück, die eigentlich schon für ihre Arbeit hinreichend bezahlt sind, aus Oma Meiers Beiträgen Phantasiehonorare – angeblich für gute Zwecke. Man möchte Harry und Toto mit Blaulicht vorbeischcken, um im Rathaus und bei den Stadtwerken mal richtig mit gesundem Menschenverstand aufzuklären. Vor laufenden Kameras.

    • katharina sagt:

      Zutreffend!

      Wird das so in anderen NRW-Städten auch praktiziert?

      Die sogenannten Eliten sind in meinen Augen schamlos und asozial.
      Bei der FDP würde ich sagen“nichts anderes erwartet“

      Aber bei der SPD möchte ich „rückwärts essen“.

  2. […] Steinbrück II: Bochumer Standard? … postvonhorn […]

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