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Nebenbei

  • Trumps Theater

    Über die Geduld der US-Medien kann man nur staunen. Immer wieder schicken sie Journalisten zu Pressekonferenzen, bei denen Präsident Trump und seine Mitarbeiter lügen, was das Zeug hält, die Journalisten beschimpfen und deren Arbeitgeber verleumden. Es drängt sich schon die Frage auf: Müssen die Beschimpften die Lügen und Tiraden über sich ergehen lassen und sie dann auch noch verbreiten? Diese Frage provoziert die nächste: Wäre es nicht an der Zeit, den Transport der alternativen Fakten ihren Urhebern zu überlassen? Trump und seine Mitarbeiter müssten dann ihre Fakenews ohne Hilfe der meisten Medien an die Bürger bringen. Es stehen dazu Twitter, regierungsnahe Medien und auch Presseerklärungen zur Verfügung. Die Berichterstattung der geschmähten Medien über die Regierungsarbeit muss unter diesem Schritt nicht leiden. Er würde es Trump aber erschweren, sich als Opfer der Medien darzustellen und mit diesem Manöver Desinformation zu betreiben, während die Medien so arbeiten könnten wie bisher. Noch schwerer hätte er es, wenn die in Washington tätigen Medien einen Verein zur Veranstaltung von Pressekonferenzen gründeten und nahe beim Weißen Haus Büros anmieteten. Dorthin könnte der Verein dann Persönlichkeiten einladen, die zu aktuellen Themen etwas mitzuteilen haben, auch zu jenen, über die Trump gar nicht oder falsch informiert. Und schließlich, um ihm Einhalt zu gebieten: Können Journalisten und Medienunternehmen, die Trump wahrheitswidrig bezichtigt zu lügen, den Präsidenten und die US-Regierung nicht wegen übler Nachrede , Verleumdung und gegebenenfalls auch wegen Geschäftsschädigung verklagen? – Selbst wenn es ginge, würde es wohl nicht dazu kommen. Schade eigentlich. – Ulrich Horn

Der Kampf um die RAG-Stiftung

Am Ende nur noch Verlierer

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Politik

(uh) Wenn es darum geht, Stellen zu besetzen, sind Regeln zu beachten. Von dem, der die Stelle vergibt, und von dem, der sie haben will. Je höher der Posten, desto dezenter läuft üblicherweise das Verfahren: Geber und Nehmer halten sich wohlweislich zurück. Nicht bei der RAG-Stiftung. Dort wird seit Monaten öffentlich um den Chef-Posten gekämpft.

Der Ruf nimmt Schaden

Ausgerechnet ein Fuchs wie Ex-Wirtschaftsminister Werner Müller geriet früh in die Schlagzeilen, als über den Chef-Posten und die Nachfolge von Wilhelm Bonse-Geuking nachgedacht wurde. Die Kräfte, die Müller an der Stiftungsspitze sehen wollen, machten aus ihrer Vorliebe kein Geheimnis. Sie puschten Müller über die Presse. Auch seine Gegner nutzten die Medien, um ihn zu verhindern.

Dieses Hin und Her geht nun schon so über Monate, ohne Ergebnis. Immer wieder taucht Müllers Name in der Presse auf, stets verbunden mit dem Hinweis, er sei für Teile der Wirtschaft und der Politik nicht akzeptabel. Selten ist über einen Chef-Posten und einen Kandidaten so lange und so öffentlich palavert worden.

Wer so wie Müller durch die Medien geschleift wird, kann nicht verhindern, dass sein Ruf Schaden nimmt. Und nach einiger Zeit als verbrannt gilt. Jeder andere hätte längst das Handtuch geworfen, auch aus der Einsicht, er werde auf dem angestrebten Posten wohl nicht mehr froh.

Ein Forum für Machtkämpfe

Dass Müller so in den Brennpunkt geriet, hat er seinen Befürwortern zu verdanken. Sie sehen in seiner Berufung nicht nur eine Personalentscheidung, sondern auch eine Richtungsentscheidung über die Zukunft der Stiftung. Mit Müller an der Spitze soll der Zweck der Stiftung geändert werden.

Bisher dient sie dazu, die hohen Kosten zu erwirtschaften, die der stillgelegte Bergbau nach sich zieht. Dagegen soll Müller über die Stiftung in großem Stil Industriepolitik betreiben. Das wünschen IG Bergbau, SPD und Landesregierung. Der Chef der SPD-Fraktion, Römer, machte diesen Plan vor Monaten publik.

Damit wurde die Stiftung endgültig zum Forum für Machtkämpfe. Seither wuchs auch der Widerstand gegen Müllers Berufung. Seine Gegner in CDU und FDP befürchten, unter seiner Führung könnte die Stiftung zu einem parteipolitisch ausgerichteten Instrument werden, vergleichbar der WestLB, die gerade zugrunde ging und dabei riesige Schäden hinterließ.

Zielscheibe von Spekulationen

Anfang November wird der Aufsichtsrat der Stiftung vervollständigt. Er wird sich dann wohl zunächst in der Einrichtung umschauen, ehe er darüber entscheidet, wer auf dem Chefsessel Platz nimmt. Das kann sich bis ins nächste Jahr hinziehen. Und noch manchen Artikel über Müller erzeugen. 2013 wird er bereits 67.

Wie immer die Entscheidung ausfällt: Es wird viele Verlierer geben. Ungeschoren kommt aus der Geschichte niemand mehr heraus. Landesregierung, SPD und IG Bergbau zeigten sich unfähig, die Personalie in Ruhe zu lösen. Die Opposition setzte sich dem Verdacht aus, parteipolitisch zu taktieren. Die Stiftung wurde zum Spielball der Politik. Und Müller zur Zielscheibe von Spekulationen und der Unfähigkeit, einvernehmlich zu handeln.

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3 Kommentare zu “Am Ende nur noch Verlierer”

  1. […] Ruhrgebiet: Der Kampf um die RAG-Stiftung – Am Ende nur noch Verlierer…Post von Horn […]

  2. Pottblog sagt:

    Links anne Ruhr (01.11.2012)…

    Bochum: GM plant die Zukunft ohne das Opelwerk Bochum (Westfalenpost.de) – Hamm: Kein Thorium in Hamm (Ruhrbarone) – Lünen: Bürger pfeifen Ministerin aus – Kaum Antworten zu Forensik in Lünen (WAZ.de) – Bochum, Do…

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