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Nebenbei

  • Trumps Theater

    Über die Geduld der US-Medien kann man nur staunen. Immer wieder schicken sie Journalisten zu Pressekonferenzen, bei denen Präsident Trump und seine Mitarbeiter lügen, was das Zeug hält, die Journalisten beschimpfen und deren Arbeitgeber verleumden. Es drängt sich schon die Frage auf: Müssen die Beschimpften die Lügen und Tiraden über sich ergehen lassen und sie dann auch noch verbreiten? Diese Frage provoziert die nächste: Wäre es nicht an der Zeit, den Transport der alternativen Fakten ihren Urhebern zu überlassen? Trump und seine Mitarbeiter müssten dann ihre Fakenews ohne Hilfe der meisten Medien an die Bürger bringen. Es stehen dazu Twitter, regierungsnahe Medien und auch Presseerklärungen zur Verfügung. Die Berichterstattung der geschmähten Medien über die Regierungsarbeit muss unter diesem Schritt nicht leiden. Er würde es Trump aber erschweren, sich als Opfer der Medien darzustellen und mit diesem Manöver Desinformation zu betreiben, während die Medien so arbeiten könnten wie bisher. Noch schwerer hätte er es, wenn die in Washington tätigen Medien einen Verein zur Veranstaltung von Pressekonferenzen gründeten und nahe beim Weißen Haus Büros anmieteten. Dorthin könnte der Verein dann Persönlichkeiten einladen, die zu aktuellen Themen etwas mitzuteilen haben, auch zu jenen, über die Trump gar nicht oder falsch informiert. Und schließlich, um ihm Einhalt zu gebieten: Können Journalisten und Medienunternehmen, die Trump wahrheitswidrig bezichtigt zu lügen, den Präsidenten und die US-Regierung nicht wegen übler Nachrede , Verleumdung und gegebenenfalls auch wegen Geschäftsschädigung verklagen? – Selbst wenn es ginge, würde es wohl nicht dazu kommen. Schade eigentlich. – Ulrich Horn

Polit-Drohungen

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Nebenbei

(uh) Hat man mit Politik zu tun, kommt man ab und zu nicht umhin, sich an den Kopf zu fassen. Nun gibt es wieder einen Anlass. CSU-Sprecher Strepp soll versucht haben, das ZDF unter Druck zu setzen. Er habe verlangt, über einen Parteitag der bayrischen SPD nicht zu berichten. Strepp bestreitet dies. Was stimmt? Wir wissen es nicht. Einerseits mag man nicht glauben, dass er den Sender bedrängte. Was soll er sich davon versprochen haben? Glaubt er, die Bayern würden sich nur über das ZDF informieren? Meint er, die SPD hätte einen Nachteil, wenn das ZDF nicht über sie berichtet? So dumm kann er nicht sein. Oder doch? Andererseits: Viele Journalisten wissen aus Erfahrung: Politiker und ihre Helfer scheuen sich nicht, Druck auszuüben. In meinem Journalisten-Dasein drohte mir ein Oberbürgermeister vor Zeugen: „Sie mache ich fertig“. Und schwärzte mich beim Chefredakteur an. Das versuchte auch ein Regierungssprecher. Ein anderer legte mir nahe, ins Ausland zu gehen. Ein Minister ließ Falschinformationen verbreiten, um mir zu schaden. Ein Fraktionssprecher und ein Faktionschef versuchten, mich mundtot zu machen. Manchmal haben Politiker das gar nicht nötig. Ein späterer Kanzler rühmte sich vor vielen Jahren, er habe in einer Redaktion einen Mann. Der war es dann wohl, der das Geschäft für ihn besorgte.

Ein Kommentar zu “Polit-Drohungen”

  1. […] Journalisten zwischen Anpassung und Widerstand: “In meinem Journalisten-Dasein drohte mir ein Oberbürgermeister vor Zeugen: „Sie mache ich fertig“. Und schwärzte mich beim Chefredakteur an.” … postvonhorn […]

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