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Letzte Kommentare

Nebenbei

  • Sissy, Soraya, Frauke

    Die AfD kann mit der Resonanz ihres Kölner Parteitags zufrieden sein. Die Partei ist zerstritten. Ihre Umfragewerte sind gesunken. Dennoch beherrscht sie die Schlagzeilen. Ihre Gegner, die in Köln aufmarschierten, und die Medien, die seit Wochen über jede Regung der kleinen Partei berichten, verschafften ihr wieder einmal unverhältnismäßig starke Beachtung. Großes Verdienst daran hat auch Frauke Petry. Sie betätigt sich in der AfD seit Wochen als Spaltpilz und scheint darüber an Einfluss zu verlieren. Bisher ließen sich die Medien von der AfD mit Beschimpfungen und Tabubrüchen zu üppiger Berichterstattung provozieren. Nun aber beginnen Journalisten, bei der AfD das Feld der Politik mit dem des Glamours zu verbinden, auf dem sich üblicherweise die Stars, die Beauties und die Royals tummeln. Der MDR versah seinen Vorbericht auf den AfD-Parteitag mit der Schlagzeile: „Schicksalstage für Frauke Petry?“ Erinnert das nicht an Romy und ihre Paraderolle, die Sissy? Langsam, aber unaufhaltsam wird Frauke in die Riege der Sissys und Sorayas samt ihrer vielen Nachfolgerinnen vorrücken. Die AfD mag Frauke schnöde beiseiteschieben oder gar vollständig ausmustern. Uns wird sie auf lange Zeit erhalten bleiben, nicht nur auf den Titelbildern der Magazine, die beim Friseur, im Wartezimmer des Hausarztes und in den Stadtcafés herumliegen, sondern vielleicht sogar als ständige Gästin bei der jährlichen Bambiverleihung. Ist das nicht tröstlich? – Ulrich Horn

Polit-Drohungen

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Nebenbei

(uh) Hat man mit Politik zu tun, kommt man ab und zu nicht umhin, sich an den Kopf zu fassen. Nun gibt es wieder einen Anlass. CSU-Sprecher Strepp soll versucht haben, das ZDF unter Druck zu setzen. Er habe verlangt, über einen Parteitag der bayrischen SPD nicht zu berichten. Strepp bestreitet dies. Was stimmt? Wir wissen es nicht. Einerseits mag man nicht glauben, dass er den Sender bedrängte. Was soll er sich davon versprochen haben? Glaubt er, die Bayern würden sich nur über das ZDF informieren? Meint er, die SPD hätte einen Nachteil, wenn das ZDF nicht über sie berichtet? So dumm kann er nicht sein. Oder doch? Andererseits: Viele Journalisten wissen aus Erfahrung: Politiker und ihre Helfer scheuen sich nicht, Druck auszuüben. In meinem Journalisten-Dasein drohte mir ein Oberbürgermeister vor Zeugen: „Sie mache ich fertig“. Und schwärzte mich beim Chefredakteur an. Das versuchte auch ein Regierungssprecher. Ein anderer legte mir nahe, ins Ausland zu gehen. Ein Minister ließ Falschinformationen verbreiten, um mir zu schaden. Ein Fraktionssprecher und ein Faktionschef versuchten, mich mundtot zu machen. Manchmal haben Politiker das gar nicht nötig. Ein späterer Kanzler rühmte sich vor vielen Jahren, er habe in einer Redaktion einen Mann. Der war es dann wohl, der das Geschäft für ihn besorgte.

Ein Kommentar zu “Polit-Drohungen”

  1. […] Journalisten zwischen Anpassung und Widerstand: “In meinem Journalisten-Dasein drohte mir ein Oberbürgermeister vor Zeugen: „Sie mache ich fertig“. Und schwärzte mich beim Chefredakteur an.” … postvonhorn […]

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