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Nebenbei

  • Corona, Hass-Fans, Hopp

    In der Corona-Krise findet sich auch Gutes. Die Spiele der Fußballbundesliga fallen vorerst aus. So bleiben den Fußballfreunden die hässlichen Tiraden erspart, mit denen die Hass-Fans auf den Rängen das Spiel auf dem Rasen immer wieder missbrauchen. Jüngst nutzten sie die Aufmerksamkeit, die der Fußball findet, um Dietmar Hopp, den Mäzen des Klubs TSG 1899 Hoffenheim, wieder einmal zu beleidigen und zu bedrohen. Die Hass-Fans behaupten, sie kämpften gegen die Kommerzialisierung des Spiels. Wohl aber wollen sie Fußball auf höchsten Niveau sehen, das nur mit viel Geld zu erreichen ist. Dass die Hass-Fans diesen Widerspruch nicht bemerken, gibt zu denken. Ihre Aktionen fanden große Resonanz, die scharfe Ablehnung, auf die sie stießen, ebenfalls. Von Konsequenzen für die Hass-Fans aber ist so gut wie nichts zu hören. Was tun sie nun am Wochenende ohne Fußball? Sie sollten Zeitung lesen. Dann könnten sie erfahren: Der Milliardär Hopp, den sie so sehr hassen, fördert nicht nur den Klub Hoffenheim, sondern auch das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac. Es forscht nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus, das sogar den Fußballbetrieb und die Hass-Fans lahmgelegt hat. Die Forschung der Hopp-Firma gilt als vielversprechend. Es könnte durchaus passieren, dass Hopps Unternehmen den Impfstoff findet, der das Coronavirus unschädlich und den Besuch im Fußballstadion auch für die Hopp-Hasser wieder ungefährlich macht. Sie stünden dann noch belämmerter da als schon heute. Ob sie das begreifen? – Ulrich Horn

Den muss er rein machen

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Nebenbei

(uh) Es macht keine Freude, den Spielen der Fußball-Nationalmannschaft im Fernsehen zuzuschauen. Die Sendungen erinnern an den früheren Ostblock. Reporter, Moderatoren und Fachleute trauen sich nicht, die Sache beim Namen zu nennen: Das Spiel, das die Mannschaft am Dienstag ablieferte, war Murks. Deutschland führte nach 60 Minuten 4:0, weil Schweden 60 Minuten lang wie ein Kreisklasse-Verein spielte. Zu behaupten, Deutschland habe bis dahin eine Weltklasse-Leistung geboten, ist albern. Die Mannschaft leidet wie früher das Politbüro unter Mangel an Kritik. Sobald ein TV-Reporter wagt, sich kritisch zu äußern, tritt Herr Bierhoff auf den Plan und macht Druck. Die Sportjournalisten fügen sich. Sie sind zu Animateuren geschrumpft. Ihre Anpassungsbereitschaft scheint grenzenlos. Sie reden sogar schon wie Fußballspieler. Sie kommen mit einem Tempus aus, dem Präsens. Der Konjunktiv ist ihnen fremd. Vierjährige würden an der Sprachstandsprüfung scheitern. Denn was sagt der Sportreporter, nachdem der Ball neben das Tor geflogen ist? „Den muss er rein machen.“

3 Kommentare zu “Den muss er rein machen”

  1. Martin Böttger sagt:

    Das Problem der Sportreporter ist, dass sie ein Produkt präsentieren müssen. Journalismus ist dabei nicht vorgesehen. So ist der Deal der TV-Anstalten mit der FIFA-„Familie“.
    Einzige mir bekannte Ausnahme: „Sport inside“, montags 22.45 h im WDR-Fernsehen, außer in Ferien und wenn besonders große Produkte präsentiert werden müssen, wie WMs, EMs und Ol.Spiele.

  2. Michael Michalski sagt:

    Wie Recht Sie haben! Aus dem früheren Ostblock ist auch der Begriff der Gleichschaltung in Erinnerung. Die „National-Elf“ um Trainer Jogi Löw ist keine Mannschaft von Persönlichkeiten. Vielmehr werden die Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wie eine 16jährige Schülermannschaft bevormundet. Kritische Einzelmeinungen werden medial „zur Emanzipation der Mannschaft gegenüber dem Trainer“ hochstilisiert. Kritisch Köpfe, Spieler mit Ecken und Kanten werden systematisch als nicht teamfähig „ausgemustert“. Übrig geblieben ist ein Spiegelbild der deutschen Gesellschaft. Eine Gemeinschaft, in der immer weniger Verantwortung übernehmen, in der die Angst Fehler zu machen die (Zivil-) Courage überlagert. Mit großem Staunen beklagt dann die deutsche Öffentlichkeit – wie im Spiel gegen Schweden die Nationalspieler den Ballverlust – das Fehlen von Führungspersönlichkeiten, die Spiele an sich reißen, ein Spiel drehen und das Verlieren von Entscheidungsspielen verhindern können. „Ciao Michael Ballack!“
    Es wäre aber unfair, nur Kritik an der Nationalmannschaft und deren Umfeld zu äußern. Es ist der DFB, der in all` seinen Strukturen auf den Prüfstand gehört. Dieser Verband führt innerhalb unserer Gesellschaft ein Eigenleben außerhalb des politischen Fassbaren und ist zu einem überbürokratisierten Verwaltungsmoster entartet – mit zu vielen politische Funktionären, die man im Ostblock Apparatschiks nannte.

  3. Katharina sagt:

    Gebt dem Volk „BROT und SPIELE“

    In der Zeit machen wir dann Politik, denn die Menschen sind abgelenkt.
    Fußball kann schön sein, aber es hat nicht die Wichtigkeit, die in Deutschland speziell von den Medien vorgegaukelt wird.

    Fußball macht Spaß, wenn es schöne, faire Spiele sind. Mehr nicht.
    Dieser Geldrausch ist widerlich.
    Schweißer, Bergarbeiter, Maurer, Dachdecker, Altenpfleger, Krankenschwestern usw. leisten ein Höchstmaß an Arbeit und werden miserabel bezahlt.
    Wenn ein Pfleger oder eine Krankenschwester sich den Rücken versaut oder anderes, gehen sie auch ein hohes Risiko ein.
    Dieses Theater um die Fußballer ist ätzend.
    Sollen ihren Job machen! Das reicht.

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