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Nebenbei

  • Kunstbanausen

    Wer sagt denn, dass NRW keine Superlative vorzuweisen habe? Bisher tat sich das größte Bundesland vor allem als einer der größten Schuldner der Republik hervor. Nun stellt sich heraus, dass die NRW-Regierung auf einem riesigen Kunstschatz sitzt. Ihn häufte ausgerechnet jene Landesgesellschaft an, die für Spielbanken zuständig ist. Die NRW-Regierung, die Schulden abbauen will, stattdessen aber immer mehr Schulden aufhäuft, will nun einige der Kunstwerke versteigern lassen, unter anderem, um in Köln eine neue Spielbank zu bauen. Der pfiffige Plan, die Zockerbude im Schatten des Domes mit der Veräußerung von Kunstwerken zu finanzieren, stößt in NRW und im Bund auf den Protest von Kunstfreunden, Feuilletonisten und deren Lesern. Bisher galt die Regierung Kraft nur als eine Gruppe hoch verschuldeter Habenichtse, die ständig über Geldmangel jammern und Millionen aus Berlin verlangen. Nun hat sie es geschafft, sich auch noch als eine Vereinigung von Kunstbanausen in Verruf zu bringen. Er nimmt ungeahnte Ausmaße an. Es stellt sich nämlich heraus, dass die Regierung gar nicht weiß, wie viele Kunstwerke bei ihrer Spielbankgesellschaft lagern. Klar scheint nur, dass einige unsachgemäß behandelt und auch beschädigt wurden. Es wird langsam Zeit, dass die Landesregierung endlich den Bestand ermittelt. Sie sollte dann auch gleich prüfen, ob und welche Kunstwerke andere Gesellschaften des Landes besitzen. Haben Bielefeld, Dortmund und Siegen schon eine Spielbank? – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 29/2012

Dienstag, 24. April 2012

Blog-Tipps



M E D I E N:
Bei Vocer beschreibt Peter Littger, was die deutschen Zeitungen dringend brauchen: Einen Kreativschub für die Redaktionen. In der Diskussion um Paywalls für digitale Produkte der Verlage erklärt Stefan Winterbauer (MEEDIA), warum das Bezahlmodel der New York Times kein Vorbild für die deutschen Verlage ist. Olaf Kolbrück (Carta) legt dar, warum es in der Urheberrechtsdebatte keine Einigung geben könne. Und Thomas Knüwer (Indisdretion Ehrensache) wirft den Vorkämpfern gegen die Gratiskultur im Netz, dem Handelsblatt und der Bild, vor, selbst Inhalte zu klauen.

F D P:
Nach dem Bundesparteitag der FDP sieht Wolfgang Lieb (NachDenkSeiten) den FDP-Vorsitzenden Rösler allein in seiner Welt und die Partei kurz vor dem Aufprall in der wirklichen Wirklichkeit. Silvio Duwe (Telepolis) meint, der Slogan des FDP-Parteitags „Chancen durch Wachstum“ gelte vor allem für die Partei selbst. Wenn sie nicht bald in den Umfragen zulege, werde sie in der Bedeutungslosigkeit versinken. Und Christopf Seils (Cicero) glaubt, FDP-Chef Rösler sei bereits Geschichte. Der Überlebenskampf der FDP werde von Kubicki, Rösler und Lindner geführt. Jeder kämpfe auf eigene Rechnung.

C D U:
Die CDU-Spitze fällt dem CDU-Spitzenkandidaten bei der NRW-Wahl, Norbert Röttgen, in den Rücken, berichtet der Spiegel.

P I R A T E N:
Michael Spreng (Sprengsatz) sagt den Piraten die Stunde der Wahrheit voraus. Vera Bunse (…Kaffee bei mir?) gibt ihm Recht und beschreibt die Probleme der Partei. Die Grüne Claudia Roth geißelt die Piraten wegen des NSDAP-Vergleichs. Und vergisst dabei, dass die Grünen in ihrer Frühphase Anfang der 80er ebenfalls gewaltige Aussetzer hatten. Man denke nur an ihre Diskussion um Sex mit Kindern. Für Peter Novak (Freitag) steht fest, dass die Schonfrist für die Piraten vorbei ist.

R U H R G E B I E T:
Einen schönen Einblick in das Energietollhaus Ruhrgebiet und NRW ermöglicht Stefan Laurin (Ruhrbarone) mit seinem Bericht: „Eon will keinen Steag-Strom.“

E U R O – K R I S E:
Henrik Müller (Manager Magazin) vermisst, dass die Spitzen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft keinen gemeinsamen Ansatz gegen die Währungskrise finden. Und beschreibt das Versagen der Eliten. Die Folgen der Krise schildert Silvio Duwe (Telepolis). Unter den Deutschen breite sich Existenzangst aus.

 

 

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