Schrift verkleinern Schrift vergrößern
RSS RSS-Feed

Nebenbei

  • Geisels Denkmal

    Düsseldorfs Oberbürgermeister Geisel (SPD) hat sich ein Denkmal gesetzt. Sollte er 2020 abgewählt werden, bleibt von ihm: Er holte den Auftakt der Tour de France 2017 in die Stadt. Das weltweit registrierte Ereignis zog eine Million Besucher an. Hoteliers und Händler profitierten. Der Haken an der Geschichte: Geisel hat zwar die Musik bestellt, doch fehlt ihm das Geld, sie zu bezahlen. Er will einen Zuschuss vom Land. Es winkte bereits ab. Muss sich die Stadt nun weiter verschulden? Müssen Stellen gestrichen werden, um Geld freizuschaufeln? Ursprünglich waren für den Tourstart 11 Millionen anvisiert. Fünf bis sechs Millionen bewilligte der Stadtrat. Den Rest sollten Sponsoren und Einnahmen bei der Veranstaltung erbringen. Aus den Ausgaben wurden bald 13 Millionen. Heute ist sogar von 17 Millionen die Rede. Ob sie das Ende der Fahnenstange sind, ist ungewiss. Es stehen noch Rechnungen aus. Auch bei den Einnahmen hat sich Geisel verkalkuliert. Sponsoren hielten sich zurück, der Souvenirverkauf war zu hoch veranschlagt. Der VIP-Bereich war nur zur Hälfte ausgelastet. Auch er hat ein Loch gerissen. Geisel agiert wie jene Sorte Mensch, die in die Kneipe geht, tafelt, trinkt und Lokalrunden schmeißt. Und wenn dann am Ende die Rechnung kommt, treuherzig offenbart, dass sein Geldbeutel leer ist, aber tröstend beteuert, immerhin hätten doch viele profitiert und mächtig Spaß gehabt. Der Werbeeffekt des Tourstarts für Düsseldorf wird durch Geisels Finanzgebaren aufgezehrt. Längst hat sich über Düsseldorf hinaus herumgesprochen, dass er und der Rat sich etwas gönnten, das sie sich nicht leisten konnten. Mit Geisel an der Spitze macht sich Düsseldorf daran, wie Duisburg zu werden. – Ulrich Horn

NRW-Wahl: TV-Duell ohne Zuschauer

Donnerstag, 19. April 2012

Politik

(uh) Oft sind es kleine Dinge, die zeigen, wie es um die großen steht. Das trifft auch für den CDU-Wahlkampf zu, der weithin auf Kritik stößt. Warum er so rätselhaft erscheint, zeigt sich beispielhaft an dem geplanten TV-Duell zwischen Röttgen und Kraft.

Er signalisierte zunächst, dass er an vielen Duellen interessiert sei. Seine Hoffnung: Es würde dann besonders deutlich, dass er der bessere Kandidat sei.

Kraft lehnte wie erwartet ab. Die SPD liegt in den Umfragen vor der CDU. Krafts Beliebtheitswerte übersteigen Röttgens’ Werte bei weitem. Sie kann bei solchen Duellen kaum noch hinzugewinnen. Dagegen wüchse mit jedem gemeinsamen Auftritt die Gefahr, ihn aufzuwerten und ihm Auftrieb zu verschaffen. Dennoch fand sich Kraft zum Duell bereit, aber nur zu einem einzigen. Sie will sich nicht nachsagen lassen, sie kneife.

Man muss diese Duelle nicht überbewerten. Sie gelten zwar als Höhepunkte jedes Wahlkampfes. Doch die wenigsten entscheiden Wahlen. Mit einem guten Auftritt kann Röttgen sicher seine Wahlkämpfer motivieren. Doch wenn er den Umfragetrend stoppen und umkehren will, müsste er Kraft schon stark ins Stolpern bringen. Damit ist kaum zu rechnen. Kraft hat an TV-Erfahrung gewonnen.

Dennoch bietet das Duell Röttgen die Gelegenheit, sich auf großer Bühne vor der breiten Öffentlichkeit ins rechte Licht zu setzen und die Kontrahentin schlecht aussehen zu lassen.

Deshalb waren viele in der CDU sehr erstaunt, als bekannt wurde, dass er sich mit Kraft am 30. April duellieren wird. Es handelt sich um einen Montag. Es ist der Brückentag zwischen Samstag, dem 28. April, und Dienstag, dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit, einem Feiertag.

Viele Wähler werden den Brückentag für ein verlängertes Wochenende nutzen und in den Kurzurlaub fahren. Viele, die in NRW bleiben, werden an diesem Montagabend auch nicht vor dem Fernseher sitzen. Sie werden in den Mai tanzen. Will man mit dem TV-Duell möglichst viele Menschen erreichen, ist der 30. April 2012 ein ganz besonders schlechter Tag.

Dass sich Röttgen und CDU-Generalsekretär Wittke auf diesen Termin einließen, brachte viele CDU-Wahlkämpfer aus der Fassung. Mit der Zustimmung zum 30. April kamen die beiden Speerspitzen des CDU-Wahlkampfes den Interessen Krafts entgegen. Sie ließen zu, dass die Breitenwirkung des Duells nun wohl sehr stark eingeschränkt sein wird.

Röttgen und Wittke haben sich übertölpeln und von der NRW-SPD über den Tisch ziehen lassen. Darüber schimpfen CDU-Wahlkämpfer noch heute. Manchen scheint es, als wolle Röttgen gar nicht gewinnen. Sie irritiert, dass er gegen alle Regeln verstößt, die man beachten muss, um bei Wahlen erfolgreich zu sein.

 

 

Schlagwörter: , , , , ,

Ein Kommentar zu “NRW-Wahl: TV-Duell ohne Zuschauer”

Schreiben Sie einen Kommentar

Ja, ich möchte über neue Blog-Beiträge per E-Mail informiert werden.