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Nebenbei

  • Trumps Theater

    Über die Geduld der US-Medien kann man nur staunen. Immer wieder schicken sie Journalisten zu Pressekonferenzen, bei denen Präsident Trump und seine Mitarbeiter lügen, was das Zeug hält, die Journalisten beschimpfen und deren Arbeitgeber verleumden. Es drängt sich schon die Frage auf: Müssen die Beschimpften die Lügen und Tiraden über sich ergehen lassen und sie dann auch noch verbreiten? Diese Frage provoziert die nächste: Wäre es nicht an der Zeit, den Transport der alternativen Fakten ihren Urhebern zu überlassen? Trump und seine Mitarbeiter müssten dann ihre Fakenews ohne Hilfe der meisten Medien an die Bürger bringen. Es stehen dazu Twitter, regierungsnahe Medien und auch Presseerklärungen zur Verfügung. Die Berichterstattung der geschmähten Medien über die Regierungsarbeit muss unter diesem Schritt nicht leiden. Er würde es Trump aber erschweren, sich als Opfer der Medien darzustellen und mit diesem Manöver Desinformation zu betreiben, während die Medien so arbeiten könnten wie bisher. Noch schwerer hätte er es, wenn die in Washington tätigen Medien einen Verein zur Veranstaltung von Pressekonferenzen gründeten und nahe beim Weißen Haus Büros anmieteten. Dorthin könnte der Verein dann Persönlichkeiten einladen, die zu aktuellen Themen etwas mitzuteilen haben, auch zu jenen, über die Trump gar nicht oder falsch informiert. Und schließlich, um ihm Einhalt zu gebieten: Können Journalisten und Medienunternehmen, die Trump wahrheitswidrig bezichtigt zu lügen, den Präsidenten und die US-Regierung nicht wegen übler Nachrede , Verleumdung und gegebenenfalls auch wegen Geschäftsschädigung verklagen? – Selbst wenn es ginge, würde es wohl nicht dazu kommen. Schade eigentlich. – Ulrich Horn

Ein Überbleibsel verlässt das Revier

Donnerstag, 19. April 2012

Sport

(uh) Vor zwei Jahren kam der spanische Fußballspieler Raul ins Ruhrgebiet, von den Königlichen in Madrid zu den Knappen auf Schalke. Das hat dem Klub, der Region und dem Fußball gut getan. Im Rückblick scheint es, als habe nicht Schalke in Raul investiert, sondern Raul in den Verein und den deutschen Fußball.

In der kurzen Zeit auf Schalke demonstrierte er, dass man auf hohem Niveau Fußball spielen kann, ohne sich als Rüpel oder Kampfschwein aufzuführen. Er vermittelt Stil und Haltung, die man im Fußball längst nicht mehr erwartet, seit der DFB und seine Vereine die Mitglieder von Banden als Fans betrachten.

Raul wirkt in der zügellosen Fußballszene wie ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit. Unvorstellbar, dass er jemanden mutwillig verletzt, wie dies sein Mannschaftskollege Jones mit Marco Reus vor aller Augen tat. Undenkbar auch, dass Raul sich zu Herabwürdigungen versteigt, wie sie der Dortmunder Großkreutz auszuscheiden pflegt, wenn es gegen Schalke geht.

Raul hat halt Charakter. Deshalb fällt sein Auftritt weit über Schalke hinaus auf. Er bildet einen starken Kontrast zu den Entgleisungen, die auf den Plätzen, den Rängen und zwischen den Vereinsspitzen an der Tagesordnung sind. Er führt vor, dass man mit vollem Einsatz um den Erfolg kämpfen und dennoch dem Gegner Respekt zollen kann. Die Bescheidenheit dieses Fußball-Weltstars hebt sich wohltuend von der Großkotzigkeit der Fußball-Zwerge ab, die sich im und um den Profi-Fußball breit gemacht haben.

Selbst bei seinem Abgang von Schalke wird sein Format sichtbar. Er begründet seinen Abschied mit den Interessen seiner Familie. Unwillkürlich denkt man an die jämmerlichen Auftritte, mit denen solche Figuren wie Matthäus und Effenberg von sich Reden machen.

 

 

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