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Nebenbei

  • Steinmeier und Yücel

    In der Türkei sitzen viele Dutzend Journalisten im Gefängnis. Unter ihnen befindet sich auch Deniz Yücel, Er ist türkischer und deutscher Staatsbürger. Bundespräsident Steinmeier hat seine erste Rede für einen Appell an den türkischen Präsidenten Erdogan genutzt. „Geben Sie Deniz Yücel frei!“ Eine selbstverständliche und dennoch bemerkenswerte Forderung. Die meisten Bundespräsidenten hielten sich aus der Tagespolitik heraus. Dass Steinmeier anders verfährt, hat ihn viel Lob eingebracht. Es hieß, er sei ein Präsident mit Biss, ein Mann, der klare Kante zeigt. Wem nutzt dieser Auftritt? Zunächst ihm selbst. Die positive Resonanz ermuntert ihn, dem eingeschlagenen Weg zu folgen. Risikolos ist er nicht. Er kann ihn über die Grenze hinausführen, von der an er zum Richter über die Politik der Regierung wird. Genützt hat Steinmeiers Auftritt auch jenen Bürgern, denen er aus dem Herzen sprach. Sie können sich verstanden fühlen. Nützt Steinmeiers Auftritt aber auch Yücel? Erdogan wird wohl den Teufel tun und ihn freilassen. Mit Steinmeiers Appell ist der Fall zur Prestigefrage geworden. Gäbe Erdogan nach, würde er in den Augen seiner Anhänger Schwäche zeigen. Er hätte sich deutschem Druck gebeugt und eingestanden, dass Yücel unrechtmäßig festgehalten wurde. Erdogan verlöre sein Gesicht. Je heftiger er öffentlich bedrängt wird, desto länger wird er Yücel festhalten. Der Journalist wird vermutlich erst freikommen, wenn gewährleistet ist, dass Erdogan sein Gesicht behält. Für Yücel aussichtsreicher wäre es wohl, statt mit öffentlichen Appellen auf diplomatischem Wege Druck auszuüben. Erdogan wird das Gefängnistor erst öffnen, wenn es für ihn teurer wird, Yücel gefangen zu halten als ihn freizulassen. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 13/2012

Mittwoch, 18. Januar 2012

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I N T E R N A T I O N A L:
Spiegel – Vor Jahrestag des Aufstands – Ägyptens Militärrat droht Demonstraten
WirtschaftsWoche – Mayer-Kuckuk/Häring/Maisch: China kratzt am Status des Dollar
Focus – Warum Romnay nur 15 Prozent Steuern bezahlt

E U R O P A:
Zeit – Ghelli/Finkenzeller/Faigle: Europa – Neuigkeiten aus der Krisenzone
Spiegel – Euro-Krise: IWF will seine Schlagkraft offenbar massiv ausweiten
Zeit – Harald Schumann: Der große Poker um die Rettung Griechenlands
WirtschaftsWoche – Gerd Höhler: Griechenland: Kein Geld für Pensionen – aber für Panzer
Telepolis – Christian Bunke: Europa und die City
Spiegel – Keno Verseck: Europas Osten rückt nach rechts
WirtschaftsWoche – Ungarn beugt sich dem Druck der EU

N A T I O N A L:
FAZ – Helmut Bünder: Steuererklärungen – Hohe Fehlerquote im Finanzamt
Rheinische Post – Eva Quadbeck: Gegen Landflucht – Micro-Kredite für Kleinunternehmer

P a r t e i e n:
Spiegel – Roland Nelles/Philipp Wittrock: Merkels Bürgeroffensive – Die Ersatzpräsidentin
Stern – Hans Herbert von Arnim: Parteienstaat kostet 500 Millionen Euro
Rheinische Post – NRW-Grüne befürchten große Koalition im Bund
TAZ – U. Schulte: Grüne wollen Vermögensabgabe – Millionäre sollen für die Krise zahlen

W i r t s c h a f t:
Handelsblatt – Millionenpensionen: Auf die Dax-Chefs wartet ein goldener Ruhestand
Manager Magazin – Dietmar Student: Energiekonzern Steag sucht Investor
FTD – Timo Pache: Rohstoffangst lässt Firmen auswandern

W u l f f:
news aktuell – Stern: Gottschalk verteidigt den Präsidenten

M e d i e n:
TAZ – Felix Dachsel: Bild antwortet auf taz-Fragen – Diekmann wulfft sich raus
Manager Magazin – Klaus Boldt: Bertelsmann kommt nur langsam voran
WirtschaftsWoche – Medienbranche: Burda verbucht Rekordumsatz

R E G I O N A L:
DerWesten – NRW-Landtag will offenbar halbierte Diätenerhöhung
Rheinische Post – NRW: Gutachter soll Ministerpensionen klären
ZOOM – Über 100 000 Patienten wegen Missbrauchs berauschender Substanzen im Krankenhaus behandelt

L O K A L:
Express – Marc Herriger: Düsseldorf – Straftäter immer jünger
Ruhrbarone – Stafan Laurin: Bochum sollte bei der Esoterikförderung sparen
Tagesspiegel – Ralf Schönball: Berlin – Potsdamer Platz zählt nicht mehr zu Top-Adressen

 

 

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