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Nebenbei

  • Die SPD und das Heil

    Der SPD laufen die Wähler weg. Was ihr bleibt, ist die Galerie ihrer großen Wegweiser. Brandt perforierte mit der Ostpolitik den Eisernen Vorhang, Schmidt trieb mit der Nachrüstung die Sowjetunion in den Ruin. Schröder belebte mit der Agenda-Politik die Wirtschaft und Die Linke. Jüngstes Glied in dieser Kette ist der Bochumer SPD-MdB Axel Schäfer. Er empfahl seinerzeit Martin Schulz als Kanzlerkandidaten. Der Vorschlag hatte Folgen. Gabriel trat Kandidatur und Parteivorsitz ab, Schulz übernahm. Innerhalb eines Jahres brachte er es fertig, die SPD zu ihrer größten Niederlage zu führen, Deutschland fünf Monate lang zu lähmen, den Parteivorsitz zu verspielen und die SPD unter die 20-Prozent-Marke zu drücken. Schwer gezeichnet von Schäfers Vorschlag, redet die Partei heute davon, sich zu erneuern, und will dennoch die alte bleiben. Emsig beschäftigt sie sich mit der Versorgung abgehalfterter Genossen. Sie erwägt, den Wählern Schulz nach der missratenen Kanzlerkandidatur nun als Spitzenkandidaten bei der Europawahl anzudienen. Die aparte Begründung: Schulz kenne sich in Brüssel gut aus. Mit dieser Qualifikation wird man dort Taxifahrer oder Fremdenführer. – Axel Schäfer mag da nicht mitspielen. Er tut, was er tun muss. Er unterbreitet der SPD einen neuen Personalvorschlag. Auch dieser hat es in sich. Schäfer plädiert nämlich dafür, neben Ex-SPD-Chef Schulz auch Ex-SPD-Chef Gabriel als Spitzenkandidaten nach Brüssel zu schicken. Ein Akt der Wiedergutmachung? – Üblicherweise lassen es Politiker, die sich ins Buch der Geschichte eingetragen haben, dabei bewenden. Nicht Schäfer. Er will offenbar beweisen, dass die Wirkung, die er mit Schulz erzielte, kein Zufallstreffer war und dass sich die SPD sogar unter die 10-Prozent-Grenze drücken lässt. Schulz hat tatkräftige Mitstreiter: Schröder findet sein Glück bei Putin, Groschek bei Heitkamp, Börschel sucht sein Wohl bei den Kölner Stadtwerken, Gabriel ist dabei, sein Heil bei Siemens Alstom zu finden. Wen wundert es da, dass immer mehr SPD-Wähler ihr Heil in der Flucht suchen? – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 9/2012

Freitag, 13. Januar 2012

Blog-Tipps

I n t e r n a t i o n a l:
Welt – Silke Mülherr: Arabische Revolution: Tunesien verheddert sich in der Islam-Diskussion
Rheinische Post – Militärtechnologie: Russland will mit Nato kooperieren
FAZ – UN-Bericht: Opiumpreise in Afghanistan stark gestiegen
WirtschaftsWoche – Gerd Höhler: Türkei stellt sich auf Konjunktur-Absturz ein
Manager Magazin – M. Gärtner: Megastädtebau – Asiatische Milliarden entladen sich in Miami

E u r o p a:
Zeit – Karin Finkenzeller: Bonität Frankreichs – Herabstufung nährt Furcht vor Kettenreaktion
Querschuesse – Daten zum griechischen Staatshaushalt 2011
ORF – Griechenland am sozialen Abgrund: Schlange stehen um Lebensmittelhilfe
Handelsblatt – dpa/rtr/law: Athen droht Gäubigern mit Zwangsverzicht
FAZ – Marcus Theurer: Volksentscheid über Abspaltung – Schottland will ein Ölstaat werden
Tagesschau – EU und IWF setzen Ungarn gemeinsam unter Druck

N a t i o n a l:
Welt – Maria Braun: Nationalstolz – Warum sich die Deutschen selbst nicht mögen
FAZ – Neonazi-Morde: Untersuchungsausschuss soll Ermittlungspannen aufklären

P a r t e i e n:
Focus – FDP: Kubicki wünscht sich Westerwelle zurück
Welt – Kompletter FDP-Ortsverband kündigt Parteiaustritt an

W i r t s c h a f t:
WirtschaftsWoche – Th. Hanke: Deutsche sind feißig, die Franzosen sind effektiver
WirtschaftsWoche – Kirsten Ludowig: Geheimnisse aus dem Aldi-Imperium

W u l f f:
ZDF – Politbarometer: Fast drei Viertel halten Wulff für dauerhaft beschädigt
Zeit – Marc Brost: Präsidenten-Affäre – Eine Machtprobe
FTD – Thomas Fricke: Sinnlose Hatz auf Wulff
Cicero – Manfred Güllner: Warum Wulff Merkel nicht schadet
Süddeutsche – Hans Leyendecker: Wie die Medien Wulff unter Zugzwang setzen
NZZ – Wulff will Medienanfragen veröffentlichen

R e g i o n a l:
Ruhrbarone – Lars Holtkamp: Wer haftet eigentlich für grüne Wahlversprechen?
Rheinische Post – Hochschule Niederrhein: 90 Prozent der Schulessen sind ungesund
DerWesten – Theo Schumacher: Städte wollen öffentliche Trinkgelage verhindern

L o k a l:
Ruhrbarone – Stefan Laurin: Dortmund – Drei gegen Demokratie
Zeit – Fabian Soethof: Startups – Berlin euphorisiert die Gründerszene
DerWesten – Wolfgang Kintscher: Bürger schulden der Stadt Essen 32 Millionen Euro
DerWesten – Maria Lüning/Michael Bresgott: Bürger entscheiden über A 52-Ausbau
WZ – Juliane Kinast: Altstadt unter Kontrolle – Mehr Präsenz, mehr Razzien

 

 

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