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Nebenbei

  • Das Elend des Fußballs

    Der deutsche Fußball macht nicht mehr viel her. Der aktuelle DFB-Präsident Grindel, ein Journalist, flüchtet vor unangenehmen Fragen. Er zeigt sich überfordert, wie schon sein Vorgänger Niersbach, ebenfalls ein Journalist. – Die Nationalmannschaft überstand nicht einmal die WM-Gruppenspiele. Auch stieg sie aus der Nations League ab. – Die Bundesliga-Klubs sind in der Champions League früh gescheitert. Die zweite Hälfte der 1. Liga spielt drittklassig. – Auf dem gleichen Niveau bewegen sich die Spielberichte der TV-Sender. Seit dem WM-Sieg 2014 verharmlosen sie die Defizite des deutschen Fußballs. Da ihn die Sender mitfinanzieren, scheuen sie sich, ihr Produkt schlechtzureden. Um diese Falle zu umgehen, entschärfen sie die Information durch Moderation – und landen prompt in der nächsten Falle: Sie machen sich zum Teil des Fußballs. Sie reden ihn schön. Sie blasen ihn auf. Sie lassen ihre Moderatoren wie Animateure agieren. Der graue Zustand des Fußballs verschwindet unter einer rosaroten TV-Verklärung. Kritik bleibt rar. Sie scheint unerwünscht. Das bekam Felix Magath zu spüren, als er am Samstag im ZDF-Sportstudio auf das Fußballelend hinwies. Statt ihn zu ermuntern, seine Kritik am DFB, an den Klubs, am Bundestrainer und am Medienbetrieb weiter auszuführen und zu begründen, lenkte Breyer von ihr ab: Er machte Magath zum Thema. Breyer schien sich von Magaths Kritik am Fußballbetrieb beleidigt zu fühlen. Er drängte seinen Gast in die Rolle des Sonderlings. Dennoch brachte Magath seine Botschaften über. Das Hamburger Abendblatt hat sie zutreffend zusammengefasst. Magath lieferte den Zuschauern, was ihnen Testimonials wie Breyer seit Jahren vorenthalten. Nicht auszudenken, was Magath noch von sich gegeben hätte, wenn ihn an diesem Abend ein(e) Journalist(in) interviewt hätte. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 9/2012

Freitag, 13. Januar 2012

Blog-Tipps

I n t e r n a t i o n a l:
Welt – Silke Mülherr: Arabische Revolution: Tunesien verheddert sich in der Islam-Diskussion
Rheinische Post – Militärtechnologie: Russland will mit Nato kooperieren
FAZ – UN-Bericht: Opiumpreise in Afghanistan stark gestiegen
WirtschaftsWoche – Gerd Höhler: Türkei stellt sich auf Konjunktur-Absturz ein
Manager Magazin – M. Gärtner: Megastädtebau – Asiatische Milliarden entladen sich in Miami

E u r o p a:
Zeit – Karin Finkenzeller: Bonität Frankreichs – Herabstufung nährt Furcht vor Kettenreaktion
Querschuesse – Daten zum griechischen Staatshaushalt 2011
ORF – Griechenland am sozialen Abgrund: Schlange stehen um Lebensmittelhilfe
Handelsblatt – dpa/rtr/law: Athen droht Gäubigern mit Zwangsverzicht
FAZ – Marcus Theurer: Volksentscheid über Abspaltung – Schottland will ein Ölstaat werden
Tagesschau – EU und IWF setzen Ungarn gemeinsam unter Druck

N a t i o n a l:
Welt – Maria Braun: Nationalstolz – Warum sich die Deutschen selbst nicht mögen
FAZ – Neonazi-Morde: Untersuchungsausschuss soll Ermittlungspannen aufklären

P a r t e i e n:
Focus – FDP: Kubicki wünscht sich Westerwelle zurück
Welt – Kompletter FDP-Ortsverband kündigt Parteiaustritt an

W i r t s c h a f t:
WirtschaftsWoche – Th. Hanke: Deutsche sind feißig, die Franzosen sind effektiver
WirtschaftsWoche – Kirsten Ludowig: Geheimnisse aus dem Aldi-Imperium

W u l f f:
ZDF – Politbarometer: Fast drei Viertel halten Wulff für dauerhaft beschädigt
Zeit – Marc Brost: Präsidenten-Affäre – Eine Machtprobe
FTD – Thomas Fricke: Sinnlose Hatz auf Wulff
Cicero – Manfred Güllner: Warum Wulff Merkel nicht schadet
Süddeutsche – Hans Leyendecker: Wie die Medien Wulff unter Zugzwang setzen
NZZ – Wulff will Medienanfragen veröffentlichen

R e g i o n a l:
Ruhrbarone – Lars Holtkamp: Wer haftet eigentlich für grüne Wahlversprechen?
Rheinische Post – Hochschule Niederrhein: 90 Prozent der Schulessen sind ungesund
DerWesten – Theo Schumacher: Städte wollen öffentliche Trinkgelage verhindern

L o k a l:
Ruhrbarone – Stefan Laurin: Dortmund – Drei gegen Demokratie
Zeit – Fabian Soethof: Startups – Berlin euphorisiert die Gründerszene
DerWesten – Wolfgang Kintscher: Bürger schulden der Stadt Essen 32 Millionen Euro
DerWesten – Maria Lüning/Michael Bresgott: Bürger entscheiden über A 52-Ausbau
WZ – Juliane Kinast: Altstadt unter Kontrolle – Mehr Präsenz, mehr Razzien

 

 

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