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Nebenbei

  • Nackenschlag zu Neujahr

    Seit Anfang Dezember sind die beiden SPD-Chefs im Amt. Seither suchen sie nach Autorität. Sie wehren sich, Handlanger von Jusos-Chef Kühnert zu sein, und geben viele Erklärungen ab. Esken wirkt noch etwas gehemmt. Walter-Borjans, seit jeher sein eigener Pressesprecher, hantiert routinierter. Kaum ein Thema, zu dem er schweigt. Sein Spektrum reicht vom Kassenbon über die Geschäfte, mit denen sich die WestLB unter seiner Aufsicht in Verruf brachte, bis hin zur neuen Ostseepipeline, die sein Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vorgänger Schröder beaufsichtigt. Auch die Rolle der SPD weiß Walter-Borjans zu definieren. „Sozialdemokratie notwendiger denn je“, heißt es bei ihm auf Twitter. Er und Esken kamen an ihre Posten mit der Verheißung, die Großen Koalition zu verlassen. Inzwischen dämmert ihnen wohl, dass die Behauptung, die SPD sei unverzichtbar, und der Koalitionsbruch sich widersprechen. Über ihn reden sie kaum noch. Ihr Generalsekretär Klingbeil dagegen sieht Klärungsbedarf. Er sagt den Koalitionsbruch endgültig ab. Für die SPD-Chefs, die nach Autorität streben, ein herber Nackenschlag. Alle ihre Forderungen verlieren nun ihr Sprengpotenzial. Etliche Wähler dürften die beiden SPD-Chefs nun für Maulhelden, wenn nicht gar für Rosstäuscher halten. Deutlich wird auch: Mit ihrer Autorität ist es nicht weit her. Machtfragen beantworten nicht sie, sondern ihr Generalsekretär. Kaum einen Monat sind sie im Amt, und schon stellt sich die Frage: Wie lange wird es dauern, bis Klingbeil (oder Kühnert) an ihre Stelle rückt? – Ulrich Horn

Fragen an die Umfrage

Mittwoch, 21. April 2010

Politik

(uh) Die jüngste Meinungsumfrage wirft wie ihre Vorgängerinnen mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Es ist an der Zeit, dass die Umfrage-Institute und ihre Auftraggeber endlich dazu übergehen, die Leser und Wähler aufzuklären, statt sie im Unklaren zu lassen.

Zur SPD:
Sie liegt in NRW konstant bei 34 Prozent. Im Bund gewinnt sie einen Prozent-Punkt und erreicht nun 24 Prozent.
Fragen:
Wieso legt die Bundes-SPD zu, ohne dass die NRW-SPD davon profitiert?
Wie erklärt es sich, dass die NRW-SPD stramme zehn Prozent-Punkte vor der Bundes-SPD rangiert?
Wo liegt die Bundes-SPD, wenn man den Wert der NRW-SPD heraus rechnet?
Wieso profitiert die NRW-SPD nicht erkennbar von den Affären der NRW-CDU und von der Schwäche der schwarz-gelben Bundesregierung?

Zu den Grünen:
Sie liegen im Bund konstant bei 15 Prozent, verlieren in NRW aber 2 Prozent-Punkte und erreichen nur noch 9 Prozent.
Fragen:
Wieso liegen die NRW-Grünen so deutlich hinter den Bundes-Grünen zurück?
Wieso verlieren die NRW-Grünen, aber die Bundes-Grünen nicht?
Welchen Wert erreichen die Bundes-Grünen, wenn man den schwachen NRW-Wert heraus rechnet?
Wohin sind die zwei Prozent-Punkte gewandert, die den NRW-Grünen verloren gingen?

Geht man davon aus, dass bei der SPD der Landeswert den Bundeswert hoch hält und bei den Grünen der Landeswert den Bundeswert hinunter drückt, müssten sich beide Parteien ohne NRW im Rest der Republik ziemlich stark angenähert haben. Wie dicht liegen sie beieinander?

Zur CDU:
Sie verliert in NRW einen Prozent-Punkt. Die Bundes-CDU behauptet sich jedoch bei 36 Prozent.
Fragen:
Ist der Verlust in NRW den Affären der NRW-CDU zuzuschreiben?
Wohin wandert der verlorene Prozent-Punkt? Geht er zur FDP?
Wenn die NRW-CDU verliert, die Bundes-CDU jedoch stabil bleibt: Ist dann die Bundes-CDU ohne NRW erstarkt?
Wenn ja: worauf ist das zurückzuführen?

Zur FDP:
Die NRW-FDP legt um zwei Prozent-Punkte auf 8 Prozent zu. Die Bundes-FDP liegt ebenfalls bei 8 Prozent.
Fragen:
Woher kommen die beiden gewonnenen Prozent-Punkte der NRW-FDP?
Hat sie einen Prozent-Punkt von der NRW-CDU gewonnen?
Wenn ja: Woher kommt der andere Prozent-Punkt? Etwa von den Grünen? Oder aus der Zahl der bisherigen Nicht-Wähler?

Zur Linken:
Die NRW-Linke gewinnt einen Prozent-Punkt und erreicht nun sechs Prozent. In der Bundespartei verliert die Linke einen Prozent-Punkt und fällt nun auf 10 Prozent zurück.
Fragen:
Geht der eine Prozent-Punkt, den die Bundes-Linke verliert, an die Bundes-SPD?
Wenn ja: Woher kommt der eine Prozent-Punkt, um den die NRW-Linke zugenommen hat?

Fazit:
Erstaunlich ist, dass Schwarz-Gelb in NRW trotz der widrigen Umstände (Affären, negatives Image der schwarz-gelben Bundespolitik) ihren Vorsprung zu Rot-Grün mit 46 zu 43 Prozent ausbauen kann und Rot-Grün schrumpft. Bei den aktuellen Umfrage-Daten sind drei Koalitionen möglich: Rot-Rot-Grün, Rot-Gelb-Grün und eine Große Koalition.
Frage:
Wenn die Umfrage-Werte bis zum Wahlabend Bestand haben sollten: Welche Koalition wird es dann wohl in NRW geben?

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3 Kommentare zu “Fragen an die Umfrage”

  1. […] Wahlen in NRW II: Fragen an die Umfragen – Erstaunlich ist, dass Schwarz-Gelb in NRW trotz der widrigen Umstände (Affären, negatives Image der schwarz-gelben Bundespolitik) ihren Vorsprung zu Rot-Grün mit 46 zu 43 Prozent ausbauen kann und Rot-Grün schrumpft … postvonhorn […]

  2. pmn sagt:

    Und wie hoch ist bei diesen ganzen Geschichte die Fehlerquote?

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