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Nebenbei

  • Auf Merz ist Verlass

    Eines muss man Friedrich Merz lassen: Auf ihn ist Verlass. Sobald es darauf ankommt, übermannen ihn Aussetzer. 2002 verlor er den Fraktionsvorsitz. Er kam nicht auf die Idee, sich die Hilfe von CSU-Chef Stoiber zu sichern. Wohl aber Merkel. Sie gab Stoiber für den Fraktionsvorsitz die Kanzlerkandidatur. Merz schaute in die Röhre. Als er 2018 gegen Kramp-Karrenbauer um den CDU-Vorsitz kandidierte, vergaß er, Teile der Jungen Union an sich binden. Seine Kandidatenrede fanden selbst seine Fans miserabel. Die Konkurrentin gewann. Wieder schaute er in die Röhre. Derzeit kämpft er erneut um den CDU-Vorsitz, diesmal gegen Laschet und Röttgen. Was passiert? Er patzt. Er rückt Schwule in die Nähe von Pädophilen. Prompt steht er mitten im Shitstorm und als Mann von vorgestern da. Er hat gute Aussichten, bei der Wahl wieder in die Röhre zu schauen. Selbst seine Fans sollten inzwischen wissen: Merz tut nichts, wenn er handeln müsste. Er versagt, wenn er die richtigen Worte sprechen müsste. Er plappert drauf los, wenn er den Mund halten sollte. Man fragt sich: Wie kommen Leute in der CDU nur auf die Idee, ein Mann wie er, der noch nie ein Regierungsamt innehatte und im entscheidenden Moment zu versagen pflegt, könnte die Union hinter sich vereinen, Deutschland führen, Europa zusammenhalten, beide durch Krisen führen und sie zwischen China, Russland und den USA über Wasser halten? – Ulrich Horn

Fragen an die Umfrage

Mittwoch, 21. April 2010

Politik

(uh) Die jüngste Meinungsumfrage wirft wie ihre Vorgängerinnen mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Es ist an der Zeit, dass die Umfrage-Institute und ihre Auftraggeber endlich dazu übergehen, die Leser und Wähler aufzuklären, statt sie im Unklaren zu lassen.

Zur SPD:
Sie liegt in NRW konstant bei 34 Prozent. Im Bund gewinnt sie einen Prozent-Punkt und erreicht nun 24 Prozent.
Fragen:
Wieso legt die Bundes-SPD zu, ohne dass die NRW-SPD davon profitiert?
Wie erklärt es sich, dass die NRW-SPD stramme zehn Prozent-Punkte vor der Bundes-SPD rangiert?
Wo liegt die Bundes-SPD, wenn man den Wert der NRW-SPD heraus rechnet?
Wieso profitiert die NRW-SPD nicht erkennbar von den Affären der NRW-CDU und von der Schwäche der schwarz-gelben Bundesregierung?

Zu den Grünen:
Sie liegen im Bund konstant bei 15 Prozent, verlieren in NRW aber 2 Prozent-Punkte und erreichen nur noch 9 Prozent.
Fragen:
Wieso liegen die NRW-Grünen so deutlich hinter den Bundes-Grünen zurück?
Wieso verlieren die NRW-Grünen, aber die Bundes-Grünen nicht?
Welchen Wert erreichen die Bundes-Grünen, wenn man den schwachen NRW-Wert heraus rechnet?
Wohin sind die zwei Prozent-Punkte gewandert, die den NRW-Grünen verloren gingen?

Geht man davon aus, dass bei der SPD der Landeswert den Bundeswert hoch hält und bei den Grünen der Landeswert den Bundeswert hinunter drückt, müssten sich beide Parteien ohne NRW im Rest der Republik ziemlich stark angenähert haben. Wie dicht liegen sie beieinander?

Zur CDU:
Sie verliert in NRW einen Prozent-Punkt. Die Bundes-CDU behauptet sich jedoch bei 36 Prozent.
Fragen:
Ist der Verlust in NRW den Affären der NRW-CDU zuzuschreiben?
Wohin wandert der verlorene Prozent-Punkt? Geht er zur FDP?
Wenn die NRW-CDU verliert, die Bundes-CDU jedoch stabil bleibt: Ist dann die Bundes-CDU ohne NRW erstarkt?
Wenn ja: worauf ist das zurückzuführen?

Zur FDP:
Die NRW-FDP legt um zwei Prozent-Punkte auf 8 Prozent zu. Die Bundes-FDP liegt ebenfalls bei 8 Prozent.
Fragen:
Woher kommen die beiden gewonnenen Prozent-Punkte der NRW-FDP?
Hat sie einen Prozent-Punkt von der NRW-CDU gewonnen?
Wenn ja: Woher kommt der andere Prozent-Punkt? Etwa von den Grünen? Oder aus der Zahl der bisherigen Nicht-Wähler?

Zur Linken:
Die NRW-Linke gewinnt einen Prozent-Punkt und erreicht nun sechs Prozent. In der Bundespartei verliert die Linke einen Prozent-Punkt und fällt nun auf 10 Prozent zurück.
Fragen:
Geht der eine Prozent-Punkt, den die Bundes-Linke verliert, an die Bundes-SPD?
Wenn ja: Woher kommt der eine Prozent-Punkt, um den die NRW-Linke zugenommen hat?

Fazit:
Erstaunlich ist, dass Schwarz-Gelb in NRW trotz der widrigen Umstände (Affären, negatives Image der schwarz-gelben Bundespolitik) ihren Vorsprung zu Rot-Grün mit 46 zu 43 Prozent ausbauen kann und Rot-Grün schrumpft. Bei den aktuellen Umfrage-Daten sind drei Koalitionen möglich: Rot-Rot-Grün, Rot-Gelb-Grün und eine Große Koalition.
Frage:
Wenn die Umfrage-Werte bis zum Wahlabend Bestand haben sollten: Welche Koalition wird es dann wohl in NRW geben?

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3 Kommentare zu “Fragen an die Umfrage”

  1. […] Wahlen in NRW II: Fragen an die Umfragen – Erstaunlich ist, dass Schwarz-Gelb in NRW trotz der widrigen Umstände (Affären, negatives Image der schwarz-gelben Bundespolitik) ihren Vorsprung zu Rot-Grün mit 46 zu 43 Prozent ausbauen kann und Rot-Grün schrumpft … postvonhorn […]

  2. pmn sagt:

    Und wie hoch ist bei diesen ganzen Geschichte die Fehlerquote?

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